Mit zwei Dokumentarfilmen setzt die Reihe „Filme zur Kunst“ im Pina Bausch Zentrum ihre Auseinandersetzung mit einflussreichen künstlerischen Positionen fort. An zwei aufeinanderfolgenden Freitagen werden Produktionen gezeigt, die sowohl internationale Entwicklungen der Avantgarde als auch die kulturelle Bedeutung Wuppertals als Ort künstlerischer Experimente beleuchten. Die Vorführungen beginnen jeweils um 20 Uhr im ehemaligen Schauspielhaus an der Bundesallee.
Den Auftakt bildet der Film Moon Is the Oldest TV, der Leben und Werk des koreanischen Künstlers Nam June Paik nachzeichnet. Die Dokumentation verbindet seltenes Archivmaterial mit kunsthistorischen Einordnungen und zeigt, wie Paik mit seinen frühen Aktionen die Grenzen zwischen Musik, Performance und elektronischen Medien auflöste. Besonderes Augenmerk gilt seinem Aufenthalt in Wuppertal in den 1960er Jahren, als er in der Galerie Parnass auftrat und damit entscheidende Impulse für die dortige Avantgardeszene setzte.
Eine Woche später folgt mit Wege zur Farbe das Porträt des Künstlers Christian von Grumbkow. Der Film zeichnet eine mehr als fünf Jahrzehnte umfassende Laufbahn nach, in der sich Malerei, Musik und kunstpädagogische Arbeit gegenseitig beeinflussen. Neben biografischen Stationen werden zentrale Entwicklungen seines künstlerischen Ansatzes sowie prägende Erfahrungen aus Kindheit und Jugend dargestellt. Auch seine Tätigkeit als Gitarrist der Progressive-Rock-Band Hoelderlin wird eingeordnet, bleibt jedoch Teil eines weitgespannten Gesamtwerks.
Im Anschluss an die zweite Vorführung ist ein Gespräch mit dem Künstler vorgesehen. Die Filmreihe wird von Mark Tykwer kuratiert und versteht sich als Beitrag zur kulturellen Standortbestimmung des entstehenden Zentrums. Weitere Informationen sowie Karten sind online erhältlich.
Zwei Dokumentarfilme rücken Kunstgeschichte und lokale Prägung in den Mittelpunkt
DanielH/CCA