Zigarettenschmuggler-Ring zerschlagen – Durchsuchungen auch in Wuppertal

von Daniel Dragon
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Großeinsatz in mehreren Bundesländern führt zu Festnahmen und umfangreichen Sicherstellungen

Im Rahmen eines koordinierten Einsatzes haben Ermittlungsbehörden ein umfangreiches Schmugglernetzwerk aufgedeckt, das in großem Stil unversteuerte Zigaretten gehandelt haben soll. Bei Durchsuchungen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen – unter anderem in Wuppertal, Dortmund sowie im Raum Hannover – wurden zahlreiche Beweismittel sichergestellt. Insgesamt 13 Objekte wurden am Dienstag und Mittwoch durchsucht.

Drei der Hauptverdächtigen wurden im Zuge des Einsatzes festgenommen. Gegen sie lagen bereits Haftbefehle vor. Nach Angaben der ermittelnden Behörden handelt es sich bei den insgesamt sieben Beschuldigten um Männer im Alter zwischen 38 und 56 Jahren. Sie stehen im Verdacht, seit Juli 2023 durch den Handel mit unversteuerten Zigaretten Steuereinnahmen in Höhe von über 575.000 Euro hinterzogen zu haben.

In einem Lager in Wuppertal wurden rund 140.000 Zigaretten ohne gültige Steuerbanderolen entdeckt. Weitere etwa 96.000 Zigaretten konnten an anderen Einsatzorten sichergestellt werden. Neben den Tabakwaren beschlagnahmten die Einsatzkräfte auch umfangreiche Vermögenswerte, darunter mehr als 70.000 Euro Bargeld, vier Kilogramm Silber, fünf hochwertige Fahrzeuge, ein Pkw-Anhänger sowie zahlreiche elektronische Geräte wie Mobiltelefone und Datenträger.

Im Verlauf der Ermittlungen stießen die Behörden zudem auf Hinweise, dass einer der Hauptbeschuldigten gemeinsam mit sechs weiteren Personen in rund 100 Fällen Kraftfahrzeuge in Deutschland erwarb und diese zum Schein für den Export in Drittstaaten anmeldete. Entgegen der offiziellen Angaben sollen die Fahrzeuge tatsächlich nach Russland ausgeführt worden sein – ein mutmaßlicher Verstoß gegen geltendes EU-Recht sowie das Außenwirtschaftsgesetz im Zusammenhang mit den bestehenden Russland-Sanktionen.

Die Ermittlungen werden von der Staatsanwaltschaft Bielefeld in Zusammenarbeit mit dem Zollfahndungsamt Hannover geführt. Ursprünglich konzentrierten sich die Maßnahmen auf Steuerdelikte im Bereich des Zigarettenhandels, führten jedoch im Verlauf zu einem deutlich umfassenderen Verdachtskomplex. Nach Einschätzung der Ermittler verdeutlicht der Fall, wie Täterstrukturen Delikte aus unterschiedlichen Rechtsbereichen verknüpfen, um wirtschaftliche Vorteile aus illegalen Geschäften zu ziehen. Die strafrechtliche Aufarbeitung und Vermögensabschöpfung gegen die Beschuldigten dauert an.

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