Austausch im Stadtteiltreff „Die Krawatte“
Beim jüngsten „Krawatten-Talk“ in der ehemaligen Krawattenfabrik in Heckinghausen stellten sich die vier aussichtsreichsten Bewerberinnen und Bewerber um das Amt des Wuppertaler Oberbürgermeisters den Fragen junger Menschen. Vor rund 90 Teilnehmenden diskutierten Matthias Nocke (CDU), Miriam Scherff (SPD), Marcel Hafke (FDP) und Dagmar Liste-Frinker (Grüne) über Themen, die Jugendliche im Rahmen des Projekts „Demokratie leben lernen“ vorbereitet hatten.
Die Fragen wurden von Projektleiterin Dorothee van den Borre gemeinsam mit zwei Jugendlichen vorgetragen und anschließend von den Kandidatinnen und Kandidaten beantwortet. Anstelle einer offenen Diskussion wurde ein symbolisches Fragespiel gewählt: Für jede Frage musste ein Holzklotz aus einem Jenga-Turm gezogen werden. Damit sollte verdeutlicht werden, dass Politik auch von gegenseitiger Unterstützung und Kooperation lebt.
Themen von Superhelden bis Stadtfinanzen
Insgesamt 30 Fragen waren zuvor von den Jugendlichen gesammelt und verschriftlicht worden. Neben politischen Schwerpunkten wie den städtischen Finanzen, Umwelt- und Klimaschutz oder einem hypothetischen Gewinn von 20 Millionen Euro für die Stadt, standen auch persönliche Fragen auf dem Programm. So sollten die Kandidierenden etwa benennen, welche fiktive Figur sie sich als stellvertretende Amtsträgerin oder Amtsträger vorstellen könnten.
Zum Abschluss der Fragerunde richteten alle vier Bewerberinnen und Bewerber einen Appell an die junge Generation: Sie solle ihre Interessen klar und selbstbewusst vertreten, Ideen aktiv einbringen und dabei auch den Mut haben, neue Wege zu gehen.
Auswahl demokratischer Bildmotive
Neben den Antworten auf die Fragen waren die Kandidierenden auch als Jurorinnen und Juroren gefragt. Aus zwanzig Fotografien, die im Rahmen des Demokratieprojekts entstanden waren, mussten sie die drei besten auswählen. Zusätzlich entschied das Publikum über einen weiteren Preisträger.
Engagement für den Stadtteil
Die Veranstaltung fand im ökumenischen Stadtteiltreff „Die Krawatte“ statt, der seit Oktober 2022 von über 50 Ehrenamtlichen getragen wird. Etwa die Hälfte der Engagierten hat selbst Fluchterfahrungen. Ziel der Einrichtung ist es, Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenzuführen und gemeinsam Angebote für das Quartier zu entwickeln.
Zum Abschluss erinnerte der frühere Wuppertaler Sozialdezernent Stefan Kühn daran, dass die politische Auseinandersetzung trotz aller Unterschiede auf einer gemeinsamen demokratischen Basis ruht. Er betonte die Bedeutung einer aktiven Wahlbeteiligung bei der Oberbürgermeisterwahl am 14. September und einer möglichen Stichwahl zwei Wochen später.
Wuppertaler OB-Kandidaten im Dialog mit Jugendlichen
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