Wuppertal vereinbart Projektpartnerschaft mit Kamjanske

von Daniel Dragon



Am 4. Oktober 2025 wird im Wuppertaler Rathaus eine neue Projektpartnerschaft offiziell besiegelt. Oberbürgermeister Uwe Schneidewind und sein Amtskollege Andriy Bilousov aus der ukrainischen Stadt Kamjanske unterzeichnen die Vereinbarung, die vom Rat der Stadt Wuppertal bereits am 8. Juli beschlossen wurde.

Kooperation mit konkretem Projektbezug
Die Partnerschaft unterscheidet sich von einer klassischen Städtepartnerschaft: Sie ist in der Regel zeitlich befristet und auf bestimmte Projekte ausgerichtet. Ziel ist es, den Austausch zu fördern und praktische Unterstützung zu ermöglichen. Der Stadtrat hatte zuvor die Arbeitsgemeinschaft der Wuppertaler Partnerschaftsvereine beauftragt, eine geeignete Kommune in der Ukraine zu identifizieren.

Entscheidung für Kamjanske
Im Zuge intensiver Gespräche mit „Engagement Global“, dem ukrainischen Konsulat, politischen Institutionen sowie anderen deutschen Städten, die bereits ähnliche Kooperationen eingegangen sind, fiel die Wahl auf Kamjanske. Mehrere unabhängige Empfehlungen sprachen für die Industriestadt in der Oblast Dnipropetrowsk.

Stadt mit industrieller Tradition
Kamjanske liegt am Dnipro, rund 35 Kilometer von Dnipro-Stadt entfernt und etwa 80 Kilometer von der aktuellen Frontlinie. Die Stadt zählt etwa 230.000 Einwohner und gehört zu den wichtigen regionalen Wirtschaftsstandorten. Sie entwickelte sich im 20. Jahrhundert zu einem Zentrum des Bergbaus, der Metallverarbeitung und der Chemieindustrie. Heute ist sie geprägt durch eine Mischung aus Industrieanlagen, Wohngebieten sowie Bildungs- und Kultureinrichtungen.

Herausforderungen in Kriegsnähe
Die Lage macht Kamjanske zugleich zu einem besonders sensiblen Partner: Erst kürzlich war die nahegelegene Stadt Dnipro Ziel schwerer russischer Angriffe mit Todesopfern und Verletzten. Als Teil des Fördergebiets Nordrhein-Westfalens eröffnet die Kooperation mit Wuppertal dennoch Perspektiven für gemeinsame Projekte in Bereichen wie Infrastruktur, Bildung oder kommunale Entwicklung.

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