Wuppertal strebt Beteiligung an Olympia-Bewerbung an

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Bürgerentscheid im April bildet erste entscheidende Hürde

Die Stadt Wuppertal will Teil einer möglichen deutschen Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele werden. Vorgesehen ist eine Einbindung der bestehenden Sportstätten, insbesondere der Schwimmoper sowie des Stadion am Zoo. Ob die bergische Großstadt diesen Weg weiterverfolgt, entscheiden die Bürger am 19. April in einem Ratsbürgerentscheid.

Der Stadtrat hatte das Verfahren bereits im Dezember 2025 mit großer Mehrheit angestoßen. Stimmberechtigte werden per Brief darüber abstimmen, ob sich Wuppertal an der regionalen Bewerbung „KölnRheinRuhr“ für die Spiele der Jahre 2036, 2040 oder 2044 beteiligen soll. Damit das Votum gültig ist, müssen sich mindestens zehn Prozent der Wahlberechtigten beteiligen; maßgeblich ist anschließend die einfache Mehrheit. Das Ergebnis ist rechtlich bindend.

Kosten und organisatorischer Rahmen

Die Durchführung des Bürgerentscheids wird mit rund 400.000 Euro veranschlagt. Etwa 60.000 Euro entfallen auf die Stadt selbst, während der überwiegende Teil vom Land Nordrhein-Westfalen getragen wird.

Bei einem positiven Ausgang würde Wuppertal zu einem Verbund von bis zu 17 Städten gehören, die gemeinsam die Bewerbung vorbereiten. Dazu zählen neben Köln unter anderem Aachen, Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Herten, Krefeld, Leverkusen, Mönchengladbach, Monheim am Rhein, Oberhausen, Pulheim und Recklinghausen. Ergänzend sind Kiel als Standort für Segel- und Freiwasserwettbewerbe sowie Markkleeberg mit seiner Wildwasseranlage für den Kanuslalom vorgesehen.

Vorhandene Infrastruktur im Fokus

Nach Einschätzung der Stadtverwaltung würden die Wuppertaler Anlagen vor allem als Trainingsorte und für Vorrundenwettbewerbe genutzt. Die Schwimmoper verfügt über rund 1.600 Sitzplätze und ist regelmäßig Austragungsort nationaler Meisterschaften auf der 25-Meter-Bahn. Auch Wasserballveranstaltungen sind dort möglich. Das Stadion am Zoo bietet Platz für etwa 21.000 Zuschauer.

Erfahrungen mit internationalen Sportereignissen liegen bereits vor. Während der UEFA Euro 2024 diente das Stadion einer Nationalmannschaft als Trainingsquartier. Im Zuge dessen wurden Rasen und Entwässerung grundlegend modernisiert. Die Stadt erhofft sich bei einer möglichen Olympia-Beteiligung zusätzliche Impulse für Tourismus, Sportförderung und Infrastruktur sowie neue Perspektiven für den lokalen Nachwuchsleistungssport.

Finanzierung der Spiele und kommunale Erwartungen

Nach Darstellung der Verantwortlichen würden die eigentlichen Durchführungskosten Olympischer Spiele durch Einnahmen aus Medienrechten, Sponsoring sowie Zuschüsse des International Olympic Committee gedeckt. Öffentliche Mittel wären vor allem für Sicherheits- und Gesundheitsmaßnahmen erforderlich. Gleichzeitig setzt die Stadt auf Förderprogramme, die mit einer Austragung verbunden sein könnten.

Nationale Konkurrenz um deutsche Bewerbung

Der Bürgerentscheid markiert lediglich die erste Etappe eines mehrstufigen Auswahlverfahrens. Auf nationaler Ebene konkurriert die Rhein-Ruhr-Initiative mit weiteren Konzepten aus Hamburg, Berlin und München. Welche Bewerbung Deutschland offiziell ins Rennen schickt, entscheidet die Mitgliederversammlung des Deutscher Olympischer Sportbund im September.

Erst danach fällt die internationale Auswahl durch das IOC, das über den Austragungsort der Spiele 2036, 2040 oder 2044 bestimmt. Bis zu dieser Entscheidung liegt der Fokus in Wuppertal zunächst auf der Zustimmung der eigenen Bevölkerung als Voraussetzung für jede weitere Beteiligung.

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