Die Stadt Wuppertal bekommt ein neues Außendepot für das Von der Heydt-Museum: Der ehemalige Hochbunker an der Schusterstraße soll im Jahr 2028 Teile der Sammlung aufnehmen. Der Umbau des Betongebäudes hat bereits begonnen.
Initiative für das Projekt ergriff Joachim Schmidt-Hermesdorf, Vorsitzender der Brennscheidt-Stiftung. Der ehemalige Hochbunker, 20 Meter hoch und aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs stammend, bot bisher keinen Zugang zu modernen Lagerungsmöglichkeiten für die umfangreiche Sammlung des Museums. Roland Mönig, seit 2020 Museumsdirektor, betont, dass die Sammlung aus rund 2.200 Gemälden, 30.000 Arbeiten auf Papier, 700 Skulpturen und 700 Fotografien den gestiegenen konservatorischen Anforderungen entsprechen und zugleich gegen Klimarisiken geschützt werden muss.
Die Brennscheidt-Stiftung erwarb den Bunker 2024 für 700.000 Euro und bot ihn der Stadt zur Miete an. Das Außendepot wird 600 Quadratmeter Lagerfläche bieten und somit nicht nur den bisherigen Bedarf decken, sondern auch Raum für zukünftiges Wachstum schaffen. Das bestehende Außenlager soll aufgelöst werden.
Der Bunker verfügt über sechs Etagen und ein Untergeschoss, in dem Heizung und ein Stromgenerator untergebracht sind. Die zellenartigen Räume, die an ein einziges Treppenhaus angebunden sind, werden weitgehend geöffnet, um flexible Lagerflächen zu schaffen. Ein Aufzug und eine Verladerampe sollen den Transport von Kunstwerken erleichtern. Darüber hinaus sind eine Auspack- und Protokollstation sowie eine Seuchenkontrolle vorgesehen. Fachplaner und Architekt Joachim Sieber aus Düsseldorf, erfahren im Umgang mit Museumsbauten und Hochbunkern, begleiten das Projekt.
Die Vorarbeiten umfassten die Kartierung des Gebäudes, ein Umweltgutachten und die Anpassung des Bebauungsplans, der ursprünglich für Wohn- und Büronutzung vorgesehen war. Im Winter wurden Sonden zur Messung des Raumklimas installiert, auf deren Basis die Klimaanlage geplant wird. Auch Statik und Heizkonzept werden den Anforderungen moderner Museumslager gerecht.
Bis Ende 2027 soll der Innenausbau abgeschlossen sein, 2028 folgt der schrittweise Umzug der Sammlung. Währenddessen bleibt der reguläre Museumsbetrieb in vollem Umfang erhalten. Schmidt-Hermesdorf plant zudem städtebauliche Maßnahmen zur Verschönerung des Bunkers, die insbesondere Kindern und Jugendlichen zugutekommen sollen.
Das Projekt stellt eine langfristige Lösung für die sichere und zukunftsfähige Lagerung der Kunstwerke des Von der Heydt-Museums dar und verbindet den Denkmalschutz eines historischen Bauwerks mit modernen musealen Anforderungen.
Wuppertal plant neues Außendepot für das Von der Heydt-Museum
Ökologix/CCA