Wuppertal: Fertigstellung der Loher Brücke verzögert sich weiter

von Daniel Dragon


Die Wiedereröffnung der Loher Brücke in Wuppertal verzögert sich erneut. Aktuellen Planungen zufolge wird die Verkehrsfreigabe frühestens Ende März oder Anfang April 2025 erfolgen. Die ursprünglich für Oktober 2024 vorgesehenen Arbeiten hatten sich bereits mehrfach verschoben, nachdem unvorhergesehene bauliche Komplikationen aufgetreten waren.

Witterungsabhängige Arbeiten erschweren Zeitplan

Derzeit konzentrieren sich die Bauarbeiten auf die Vorbereitung des Kappenbetons. Die Hauptbetonarbeiten sind für die 9. Kalenderwoche (24. bis 28. Februar) angesetzt. Der weitere Verlauf des Bauvorhabens hängt jedoch stark von den Wetterbedingungen im März ab. Temperaturen unter null Grad könnten die Arbeiten verzögern, auch wenn das verwendete Material für widrige Wetterlagen angepasst wurde.

Sanierung eines historischen Bauwerks

Die Loher Brücke, ein Natursteinbau aus dem Jahr 1853, wird im Rahmen eines Förderprogramms des Landes Nordrhein-Westfalen umfassend instand gesetzt. Die Maßnahme war ursprünglich für 2022 vorgesehen, musste jedoch mehrfach verschoben werden. Die Auftragsvergabe erfolgte letztlich erst im Februar 2024. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 2,08 Millionen Euro, wovon das Land 75 Prozent der Baukosten von 1,8 Millionen Euro übernimmt.

Strukturelle Herausforderungen führen zu Verzögerungen

Eine der größten Herausforderungen stellte die stark beschädigte Spritzbetonschale aus dem Jahr 1957 dar, die nicht mehr instand gesetzt werden konnte. Im Zuge der Sanierung wurden eine neue Lastverteilplatte errichtet, der Gewölberücken zeitgemäß abgedichtet und die alte Spritzbetonschale entfernt, wodurch die ursprünglichen Natursteinblöcke wieder sichtbar werden.

Zusätzliche Arbeiten, wie die Verbreiterung der Gehwege auf 2,25 Meter und der barrierefreie Ausbau der Brücke, sollen den Komfort für Fußgänger und Radfahrer verbessern. Darüber hinaus wird eine neue Abbiegespur für Radfahrer zur Junior Uni geschaffen.

Unerwartete Probleme bei der Bauausführung

Im Sommer 2024 wurden während der Arbeiten weitere strukturelle Mängel festgestellt. Die Gewölbesteine eines Nebenbogens wiesen einen schlechteren Zustand auf als zuvor angenommen, sodass die geplante Betonplatte verstärkt werden musste. Erschwerend kam hinzu, dass Gas- und Wasserleitungen der WSW höher im Gewölbe lagen als angenommen, wodurch die Straßenoberseite am Brückenende um zwölf Zentimeter angehoben werden musste.

Ein weiteres Problem ergab sich bei der Freilegung der Flügelwände: Die östliche Stützmauer zwischen den Bögen verfügte über keine tragfähige Gründung, was den Bau einer komplett neuen Mauer erforderte. Auch die Betonauffüllungen des Hauptbogens konnten nicht in der vorgesehenen Stärke ausgeführt werden, sodass die Statik der gesamten Konstruktion neu berechnet werden musste.

Ausblick: Abschluss der Arbeiten in Sicht

Trotz der zahlreichen Herausforderungen rechnet die Stadt nicht mit weiteren unvorhergesehenen Verzögerungen, da die Abbrucharbeiten abgeschlossen sind und nun der Wiederaufbau im Fokus steht. Die letzten Arbeitsschritte, insbesondere die Betonarbeiten, sind jedoch stark wetterabhängig, was den geplanten Zeitrahmen weiterhin beeinflussen könnte.

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