Werkschau von Tony Cragg im Skulpturenpark Waldfrieden

von Bea Roth
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Am Anfang steht die Zeichnung: Wie eine Arbeit des Bildhauers Tony Cragg entsteht, ist vom heutigen Mittwoch, den 20. August, bis zum 1. Januar im Skulpturenpark Waldfrieden zu sehen. Dort präsentiert der Wuppertaler Künstler mit britischen Wurzeln eine Werkschau, die etwas mehr als ein Jahrzehnt zurückgeht. Neuere plastische Arbeiten und Zeichnungen sind in den drei Ausstellungshallen zu sehen: Große Metallskulpturen, Skulpturen aus Murano-Glas und die ersten Skizzen dazu. Cragg realisiert damit seine erste große Einzelschau in seinem Skulpturenpark, den er 2008 am Hang des Hesselnberges eröffnete.

Der Titel „Line of Thought“ spielt darauf an, dass es ihm um mehr als das bloße Vorzeigen seines aktuellen Schaffens geht – er zeigt, was hinter den Skulpturen steht. Die Zeichnungen sind nicht begleitendes, zusätzliches Material, sondern tastende Ausdrucksform seines bildnerischen Schaffens.
Bevor Tony Cragg 1969 seine Laufbahn als Künstler aufnahm, arbeitete er als Labortechniker in der biochemischen Forschung und begann zu zeichnen. Die tägliche Praxis des Zeichnens geht seinen Arbeiten noch heute voraus. In seinem Frühwerk realisierte er zunächst Arbeiten aus Fundobjekten, bevor er mit Skulpturen aus Stein, Eisen und Bronze klassischen Materialien der Bildhauerei für sich erschloss. Der Kanon seines Materials hat sich immer wieder erneuert und erweitert: Das zeigen die neueren, in Murano gefertigten Glasskulpturen, die in der unteren Ausstellungshalle zusammen mit den Zeichnungen zu sehen sind.

Die mittlere Halle zeigt Arbeiten aus unterschiedlichen Werkgruppen. Eine davon: „Congregation“, eine Installation, die aus einem großen Boot, Rudern, Rettungsbooten, einer Leiter und anderen Schrottmaterialien besteht – alles aus Holz und vollständig mit Metallhaken bedeckt.
In der oberen Ausstellungshalle ist eine Großskulptur aus der Reihe „Industrial Nature“ zu sehen, die das Themenfeld Natur und Technik aufgreift. Sie ist gefertigt aus geschnittenen, gebogenen Aluminiumplatten, die mit Lackfarbe überzogen und partiell abgeschliffen sind. Daneben eine Skulptur der Reihe „Hedge“, die fast ebenso groß, doch weitaus filigraner konstruiert ist. Schmale Formen aus Cortenstahl expandieren organisch wie eine Hecke. Monumental zeigen sich die beiden Skulpturen aus der Reihe „Lost in Thougt“: Aus Holz gefräste Elemente verdichten sich zu einem amorphen Körper, der Ausmaße von bis zu vier mal drei mal zwei Metern erreicht.

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