Cyberkriminelle scheinen nie zu schlafen. Es vergeht nämlich kein Tag, an dem es nicht mehrere neue digitale Schädlinge gibt. In absoluter Sicherheit kann sich also kein Computernutzer wiegen. Allerdings gibt es Betriebssysteme, die sicherer sind als andere. Als besonders sicher gilt beispielsweise Linux.
Linux ist für Hacker weniger lohnenswert
Es gibt drei große Betriebssysteme: Windows, iOS und Linux. Wobei der Linux-Marktanteil seit Jahren bei höchstens zwei Prozent liegt. Sehr viel höher liegt hier Windows mit einem Anteil von fast 90 Prozent. Es lohnt sich also schon mal zahlenmäßig sehr viel mehr, Schadprogramme für Windows zu entwickeln.
Dazu kommt noch, dass Linux Cyberkriminellen das Leben zusätzlich schwer macht, indem sich das System in mehrere Versionen aufspaltet. Diese unterscheiden sich meist deutlich voneinander. Das bedeutet, dass eine Malware, die gefährlich für die eine Version ist, sehr wahrscheinlich keine Gefahr für die anderen darstellt. Windows als Betriebssystem ist in sich viel homogener und eine Schadsoftware funktioniert meistens für ältere und neuere Versionen.
Auch bei den Nutzern der verschiedenen Betriebssysteme gibt es Unterschiede. Da Linux ein etwas komplexeres System ist, sind dessen Nutzer häufig auch technisch versierter.
Alles in allem zeigt sich also, dass Hacker sehr viel mehr Arbeit in die Programmierung einer Schadsoftware für Linux stecken müssen. Und zu allem Überfluss sind die Chancen auf Erfolg hier auch noch geringer. Kein Wunder, dass viele Cyberkriminelle das Ganze als nicht wirklich lohnenswert betrachten.
Simple Updates und sichere Quellen
Software für Linux kommt standardmäßig aus den sicheren, offiziellen Quellen. Alle diese Programme sind natürlich geprüft und von seriösen Anbietern. So muss man sich hier schon mal keine Sorgen machen, dass man sich schadhafte Software herunterlädt.
Des Weiteren ist es auch so, dass sich das Betriebssystem mit samt installierten Programmen dank dieser Paketquellen sehr einfach aktualisieren lässt. Je nach Version ist nur ein Kommando nötig oder das Ganze funktioniert sogar automatisch.
Auch über versehentlich gestartete, schadhafte Skripte aus dem Netz muss man sich als Linux-Nutzer keine Gedanken machen. Der Nutzer muss nämlich zunächst das Executable-Bit erlauben, bevor ein Download ausgeführt wird.
Im Gegensatz dazu ist Windows ein offenes Betriebssystem, über das sich eigentlich so gut wie jede Datei problemlos öffnen lässt. Hier liegt die Verantwortung allein beim Benutzer.
Bei Open-Source-Software werden Schwachstellen leichter erkannt
Während bei Windows der Quellcode unter Verschluss gehalten wird, ist der des Kerns von Linux und der meisten zugehörigen Programme quelloffen. Das bedeutet, dass er gewissermaßen von jedem gelesen werden kann. Dementsprechend kann er auch von jedem überprüft werden. Das hat zur Folge, dass Schwachstellen im Code in der Regel schneller erkannt werden.
Mehr Sicherheit für sorgsame Nutzer
Dass Linux im Vergleich zu Windows ein sehr sicheres Betriebssystem ist, bedeutet aber nicht, dass man sich darauf ausruhen kann. Verlierst du etwa dein Notebook, bist du auch mit Linux nicht sicher davor, dass es durch ein Fremdsystem gebootet wird. Dann sind deine Daten ebenfalls nicht mehr sicher.
Einfacher als bei Windows gestaltet sich bei Linux sogar der Zugriff mit einem regulären Benutzerkonto, wenn die Datei vorher entsprechend bearbeitet wurde. Linux bietet allerdings mehr Optionen zur Verschlüsselung von Nutzerdaten.
Auch wenn es um Online-Konten geht, können weder Linux noch Windows für Sicherheit garantieren. Diese ist dann abhängig von Software oder Browser. Verschlüsselung ist aber auch hier ein gutes Stichwort. Fakt ist, dass es in jedem Programm gelegentlich zu Schwachstellen und Sicherheitslücken kommt. Deswegen sind regelmäßige Aktualisierungen das A und O für die digitale Sicherheit.
Auch für Linux gibt es Bedrohungen
Wenn Linux auch bis heute als sicheres Betriebssystem gilt, so haben Experten mittlerweile doch herausgefunden, dass es derzeit viele cyberkriminelle Gruppierungen gibt, die sich auch dafür interessieren. Dementsprechend gibt es auch immer mehr Tools, die speziell für derartige Angriffe genutzt werden können.
Schutzmaßnahmen sollten also auch für Linux-Nutzer nicht unter den Tisch fallen. Wir haben die wichtigsten kurz zusammengefasst:
- Informiere dich über sichere Softwarequellen für Linux und stelle dir eine Liste zusammen, an der du dich orientieren kannst.
- Stelle sicher, dass du alle Aktualisierungen zeitnah durchführst.
- Verwende für alle Online-Aktivitäten ein VPN Gateway. So werden alle übertragenen Daten verschlüsselt und vor Unbefugten verborgen.
- Achte auf die richtige Konfiguration deiner Firewall.
- Nutze, wenn möglich, die Zwei-Faktor-Authentifizierung.
- Schütze dich auch vor Insider-Angriffen. Dafür eignen sich Trusted Boot, Verschlüsselungen und Tools, mit denen die Hardware-Integrität kontrolliert wird.
- Überprüfe in regelmäßigen Abständen alle deine Systeme. Wenn du einen Angriff vermutest, solltest du der Sache auf den Grund gehen.