Wuppertal,
Der großflächige Warnstreik im öffentlichen Personennahverkehr hat am Montag in Wuppertal erhebliche Auswirkungen auf den Straßenverkehr gehabt. Busse und Schwebebahnen blieben ganztägig im Depot, zahlreiche Haltestellen und Stationen waren geschlossen. Der Ausfall zentraler Verkehrsmittel führte dazu, dass viele Berufspendler auf das Auto, Fahrdienste oder alternative Verkehrsmittel ausweichen mussten.
Bereits in den frühen Morgenstunden zeigte sich die angespannte Lage. Der Busbahnhof in Elberfeld war nahezu menschenleer, während sich der Verkehr auf den Hauptachsen der Stadt und den umliegenden Autobahnen staute. Nach Auswertungen des ADAC Nordrhein standen Autofahrer auf den Autobahnen im Raum Wuppertal zwischen 5 und 10 Uhr morgens insgesamt rund doppelt so lange im Stau wie noch wenige Wochen zuvor. Allein in Richtung Kreuz Wuppertal-Nord summierten sich die Wartezeiten auf etwa zwei Stunden. Besonders stark betroffen war die Verbindung in Richtung Cronenberg, wo sich die Stauzeit auf rund vier Stunden erhöhte.
Der betroffene Abschnitt der A46 zwischen Düsseldorf und Wuppertal zählt bereits unter normalen Bedingungen zu den staureichsten Strecken in Nordrhein-Westfalen. Baustellen, hohes Pendleraufkommen und die Verlagerung vom öffentlichen Verkehr auf den Individualverkehr verschärften die Situation zusätzlich.
In der Innenstadt waren viele Menschen gezwungen, kurzfristig neue Wege zur Arbeit oder zu Terminen zu organisieren. Fahrgemeinschaften, Taxis und Fahrräder wurden verstärkt genutzt. Gleichzeitig zeigte sich an den Park-and-Ride-Anlagen an den Haltepunkten der Regional- und S-Bahnen ein deutlicher Andrang. Diese Bahnen waren nicht vom Streik betroffen, dennoch reichten die verfügbaren Stellplätze kaum aus. Der Platzmangel wurde zusätzlich verschärft, da im Zuge der anstehenden Generalsanierung der Deutschen Bahn an mehreren Standorten bereits ein Teil der Parkflächen gesperrt ist.
Trotz der erheblichen Einschränkungen äußerten viele Betroffene Verständnis für den Arbeitskampf. Gleichzeitig wurde deutlich, wie stark der Alltag in Wuppertal vom öffentlichen Nahverkehr abhängt, insbesondere von der Schwebebahn als zentralem Verkehrsmittel der Stadt.
Im Rahmen der laufenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst sind weitere Warnstreiks angekündigt. Für den kommenden Mittwoch hat die Gewerkschaft Verdi zu einem ganztägigen Ausstand in zahlreichen Bereichen des öffentlichen Dienstes in Nordrhein-Westfalen aufgerufen, darunter Hochschulen, Landesverwaltung und Universitätskliniken. Für Wuppertal werden nach derzeitigem Stand nur begrenzte Auswirkungen erwartet. Ob es an einzelnen Einrichtungen, etwa an der Bergischen Universität, zu Einschränkungen kommt, soll kurzfristig bekannt gegeben werden.
Warnstreik im Nahverkehr führt zu massiven Verkehrsproblemen in Wuppertal
Wtotal/CCA