Vorwurf gegen National Express: Gezielte Zugausfälle als Druckmittel

von Daniel Dragon



Wuppertal/Düsseldorf. Das private Bahnunternehmen National Express steht im Verdacht, gezielt Zugverbindungen ausgesetzt zu haben, um in laufenden Vertragsverhandlungen mit den Verkehrsverbünden finanziellen Druck aufzubauen.

Am Samstag, den 25. Oktober 2025, fiel die Linie RE4 den gesamten Tag über aus. Der vollständige Stillstand der Strecke, die Wuppertal mit Düsseldorf, Hagen und Dortmund verbindet, traf tausende Fahrgäste – darunter zahlreiche Fußballfans auf dem Weg zu Bundesligaspielen. Der Ausfall führte in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens zu erheblichen Einschränkungen im Regionalverkehr.

Nach internen Informationen soll der Stillstand nicht auf technische Probleme, sondern auf eine strategische Entscheidung des Unternehmens zurückzuführen sein. National Express befindet sich demnach in einer angespannten finanziellen Lage und fordert von den Verkehrsverbünden höhere Zuschüsse. Der Ausfall der Linie soll den Druck in den laufenden Verhandlungen erhöhen.

Das Vorgehen hat deutliche Kritik ausgelöst. Nach Einschätzung des nordrhein-westfälischen Verkehrsministeriums überschreitet ein solches Verhalten die Grenzen zulässiger Verhandlungstaktik. Vertragsstreitigkeiten dürften nicht auf Kosten der Fahrgäste ausgetragen werden, hieß es aus Ministeriumskreisen.

Auch die Linie RE7, die Köln, Wuppertal und Hagen verbindet, sorgt seit längerem für Probleme. Sie gilt derzeit als eine der unzuverlässigsten Regionalverbindungen in Nordrhein-Westfalen.

Der Fall verdeutlicht die angespannte Situation im Nahverkehr des Landes. Steigende Betriebskosten, hohe Auslastung und unsichere Finanzierungsbedingungen setzen insbesondere private Betreiber zunehmend unter Druck – mit spürbaren Folgen für die Reisenden.

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