Vielfältige Druckkunst in der Concordia: Ausstellung der Künstlergruppe Syngraph

Atamari/CCA



Wuppertal. Die traditionsreiche Kunst der Druckgrafik steht im Mittelpunkt der Ausstellung „Drucksache“, die derzeit in der Gesellschaft Concordia in Wuppertal zu sehen ist. Die Künstlergruppe Syngraph präsentiert dort eine breite Palette an Drucktechniken – von Hoch- und Tiefdruck bis hin zu experimentellen Verfahren. Die Schau läuft noch bis zum 26. März.

Druckgrafik als facettenreiche Kunstform Die Druckgrafik, die 2018 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt wurde, geht weit über das traditionelle Schwarz-Weiß-Druckbild hinaus. Die Ausstellung zeigt, wie vielseitig sich diese Technik einsetzen lässt und welch unterschiedliche Stile durch verschiedene Verfahren entstehen können.

Verantwortlich für die Zusammenstellung der Werke ist die Künstlergruppe Syngraph unter Leitung von Peter Paulus. Dessen Atelier in Oberbarmen dient als kreativer Treffpunkt für die beteiligten Künstlerinnen und Künstler, die dort mit Farben, Formen und Techniken experimentieren können. Kuratiert wird die Ausstellung von Brigitte Baumann, die sich bereits mit den Unterbarmer Druck-Kunst-Tagen einen Namen gemacht hat. Auch in der Concordia möchte sie dieser Kunstform eine dauerhafte Plattform bieten.

Künstlerische Vielfalt in Technik und Thematik Die Werke von Peter Paulus sind bereits beim Betreten der Ausstellung unübersehbar. Seine Serie „Phayam Stimmbuch“ vereint Lithografie und Linolschnitt, wobei die Gegenüberstellung von Stein- und Hochdruck durch die farbliche Kontrastierung von Rot und Schwarz verstärkt wird.

Brigitte Baumann setzt auf eine experimentelle Herangehensweise: Ihre Arbeiten entstehen durch Intagliotypie, eine Tiefdrucktechnik, die auf fotochemischen Prozessen basiert und ohne gesundheitsschädliche Chemikalien auskommt. Durch den Einsatz von Soda und Essig erzielt sie organische Strukturen, die ihre Werke wie gemalte Kompositionen wirken lassen.

Ulrich Müller, gelernter Chemiker, integriert in seinen Arbeiten den Dialog zwischen Natur und Zivilisation. Sonnenblumen sind dabei nicht nur bildliches Motiv, sondern auch als Textelement Teil seiner Kompositionen.

Natürliche Inspirationen und künstlerische Transformation Die Natur spielt auch in den Werken anderer Aussteller eine zentrale Rolle. Petra Wengerodt widmet sich der künstlerischen Verarbeitung von Apfelresten, aus denen sie groteske Figuren entwickelt. Erika Günther verarbeitet Blätter, Blüten und Grashalme, um fein strukturierte botanische Drucke zu erzeugen, die an ein Herbarium erinnern.

Torsten Jahnke nutzt den Steindruck für die Darstellung von Objekten mit historischem Charakter. Besonders auffällig sind seine farbenfrohen Interpretationen alter Rechenmaschinen, die er mit einer Pop-Art-ästhetik versieht.

Elke Nentwich verleiht Alltagsgegenständen eine neue, geheimnisvolle Dimension. Ihr „Structura“-Zyklus basiert auf der Verfremdung eines simplen Stoffknäuels, das in ihren Drucken sowohl als Meereswesen als auch als skelettartige Struktur interpretiert werden kann. Claudia Nehring präsentiert hingegen filigrane Radierungen auf Zinkplatten, die durch die Technik des Naturselbstdrucks Textilien oder Staubpartikel als gestalterische Elemente einbeziehen.

Begleitprogramm und Öffnungszeiten Die Ausstellung „Drucksache“ ist bis zum 26. März in der Concordia am Werth 48 zu sehen. Geöffnet ist sie mittwochs von 14 bis 17 Uhr, während dieser Zeit sind stets Künstlerinnen oder Künstler anwesend, um mit Besuchern ins Gespräch zu kommen. Darüber hinaus können individuelle Besichtigungstermine vereinbart werden.

Am 15. März, dem internationalen Tag der Druckgrafik, gibt es von 12 bis 16 Uhr ein Rahmenprogramm mit Druckvorführungen und Mitmach-Aktionen für die ganze Familie. Weitere Informationen sind unter concordia-wuppertal.de abrufbar.

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