Verfall eines Wuppertaler Wahrzeichens: Der Hatzfelder Wasserturm vor ungewisser Zukunft

von Daniel Dragon



Der Hatzfelder Wasserturm in Wuppertal, ein historisches Bauwerk aus dem Jahr 1904, befindet sich in einem zunehmend besorgniserregenden Zustand. Das unter Denkmalschutz stehende Bauwerk, einst ein zentrales Element der Trinkwasserversorgung der ehemaligen Stadt Barmen, zeigt deutliche Zeichen des Verfalls. Der Eigentümer, der das Gebäude Ende der 1980er Jahre erwarb, hat bisher keine Initiative zur Erhaltung ergriffen.

Ein Denkmal in Bedrängnis

Aus der Ferne wirkt der Wasserturm zwar weiterhin imposant, doch bei näherer Betrachtung wird der fortschreitende Verfall deutlich. Abgesperrte Eingänge, verwilderte Gärten, herumliegende Metallteile und abblätternde Fassadenfarbe prägen das Bild. Der Zustand des Turms ist für den Bürgerverein Hatzfeld seit Jahren ein Anlass zur Sorge. Mehrere Anfragen an die Stadtverwaltung haben bislang keine Lösung herbeigeführt.

Historische Bedeutung und bauliche Entwicklung

Der Hatzfelder Wasserturm wurde unter der Leitung des Barmer Stadtbaumeisters Julius Dicke errichtet und spielte eine wichtige Rolle in der Wasserversorgung der Region. Die damalige Bahnstrecke Loh-Hatzfeld endete direkt unterhalb des Turms. Der ursprünglich 46 Meter hohe Ziegelbau erfuhr 1953 eine umfassende Restaurierung.

In den 1980er Jahren entstand gegenüber ein neuer Wasserturm mit einem Fassungsvermögen von fast 2500 Kubikmetern, der seit 1986 in Betrieb ist. Der historische Turm wurde 1988 unter Denkmalschutz gestellt und 1989 an einen privaten Eigentümer verkauft, der heute vermutlich in Chile lebt. Die von ihm angestrebten Verkaufsversuche scheiterten offenbar an unrealistisch hohen Preisforderungen.

Gescheiterte Pläne für eine neue Nutzung

Verschiedene Konzepte zur Nachnutzung des Wasserturms, darunter Wohnnutzung, gastronomische Betriebe oder die Einrichtung einer Sternwarte, scheiterten bislang an den gestiegenen Baukosten und der schwierigen wirtschaftlichen Lage. Ein von dem Eigentümer verfasster Blog deutet auf frühere Baugenehmigungen aus den Jahren 1999 und 2001 hin, die jedoch mittlerweile ihre Gültigkeit verloren haben.

Obwohl der Blog von ersten Sanierungsarbeiten berichtet – wie etwa der Einbau neuer isolierverglaster Holzsprossenfenster und eine Verputzung des Turmschafts –, bleibt der Verfall sichtbar. Der Eigentümer rief zuletzt einen Verkaufspreis von 348.000 Euro auf Verhandlungsbasis aus.

Rechtliche Hürden und begrenzter Handlungsspielraum

Die Stadtverwaltung sieht ihre Möglichkeiten zur Einflussnahme begrenzt. Zwar verpflichtet das Grundgesetz Eigentümer zur Wahrung ihrer Verantwortung, doch ein Eingreifen der Behörden erfolgt erst bei akuter Gefahr für Leib und Leben. Im Fall des Hatzfelder Wasserturms könnte die Untere Denkmalbehörde Gespräche mit dem Besitzer aufnehmen, um zumindest den Erhalt des aktuellen Zustands sicherzustellen.

Angesichts der herausragenden historischen Bedeutung des Bauwerks bleibt die Hoffnung, dass eine Lösung gefunden wird, um dieses Wahrzeichen vor dem weiteren Verfall zu bewahren und einer sinnvollen Nutzung zuzuführen.

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