Vor dem Landgericht Wuppertal hat am Montag der Prozess gegen zwei Männer im Alter von 26 und 29 Jahren begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen gemeinschaftlichen Totschlag vor. Nach der Anklage sollen sie im vergangenen August einen 59-jährigen Mann in dessen Wohnung getötet haben.
Ausgangspunkt der Ermittlungen war ein Rettungseinsatz in einem Mehrfamilienhaus im Wuppertaler Stadtteil Loh. Einsatzkräfte waren wegen einer vermeintlich hilflosen Person alarmiert worden. In der Wohnung fanden sie jedoch den leblosen Körper des 59-Jährigen. Der Mann lag in einer Blutlache und wies zahlreiche Stichverletzungen im Bereich von Hals und Oberkörper auf.
Unmittelbar nach dem Fund übernahm eine Mordkommission die Ermittlungen. Diese führten schnell in das Umfeld wohnungsloser Personen. Bereits einen Tag nach dem Leichenfund nahm die Polizei einen 26-jährigen Tatverdächtigen fest. Der Mann wurde am Ufer der Wupper aufgegriffen, wo er in einem Zelt lebte. Nach Angaben der Ermittler bestand eine persönliche Bekanntschaft zwischen ihm und dem späteren Opfer.
Trotz der frühen Festnahme setzten Polizei und Staatsanwaltschaft ihre Untersuchungen fort und hielten sich mit weiteren Details zunächst zurück. Wenige Tage nach der Tat durchsuchte eine Hundertschaft der Polizei eine seit Jahren stillgelegte Fußgängerunterführung in unmittelbarer Nähe des Tatorts, um mögliche Beweismittel sicherzustellen.
Wie aus der inzwischen erhobenen Anklage hervorgeht, gehen die Ermittler davon aus, dass der 26-Jährige die Tat nicht allein beging. Als mutmaßlicher Mittäter gilt ein 29-jähriger Mann ohne festen Wohnsitz. Er wurde mehrere Wochen nach dem Verbrechen festgenommen und befindet sich seit Anfang Oktober in Untersuchungshaft.
Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft sollen beide Angeklagten am Abend des 19. August in der Wohnung des 59-Jährigen in einen Streit geraten sein. In dessen Verlauf stachen sie demnach mehrfach mit Messern auf den Mann ein, bis dieser tödlich verletzt am Boden lag. Anschließend sollen die Beschuldigten die Wohnungsschlüssel an sich genommen haben, um später am selben Abend zurückzukehren und die Wohnung nach Wertgegenständen zu durchsuchen.
Das Landgericht hat mehrere Verhandlungstage angesetzt. Mit einem Urteil wird noch im Laufe dieses Monats gerechnet.
Totschlagsprozess vor dem Landgericht Wuppertal beginnt
Wtotal/CCA