Der Grüne Zoo freut sich über Nachwuchs bei den hoch bedrohten Sibirischen Tigern: Am 23. Juli brachte Tigerkatze „Tullia“ drei Jungtiere zur Welt – es ist der erste Wurf des jungen Paares.
Am gestrigen Samstag wurde ein totes Jungtier in der Anlage gefunden. Ob es sich dabei um ein bislang unentdecktes viertes Jungtier handelt oder möglicherweise um das dritte Jungtier, das entgegen erster Annahmen doch nicht gefressen wurde, lässt sich nicht eindeutig klären. Der traurige Fund spiegelt das wider, was in der Natur häufig vorkommt: Nur etwa die Hälfte der Jungtiere überlebt die ersten Lebensmonate. Auch beim Zwillingsnachwuchs der Roten Pandas, wo eines der Jungtiere von Anfang an deutlich kleiner war als das Geschwistertier, muss leider davon ausgegangen werden, dass das kleinere Jungtier verstorben ist.
Die beiden überlebenden Tigerchen entwickeln sich augenscheinlich gut. Dennoch muss in dieser frühen Phase der Aufzucht weiterhin mit Rückschlägen gerechnet werden, insbesondere bei einer noch unerfahrenen Mutter wie „Tullia“, die sich überaus fürsorglich um die beiden Jungtiere kümmert.
Die Tigermutter hält sich mit ihrem Nachwuchs in der Wurfbox der Innenanlagen auf und ist deshalb für die Zoogäste noch nicht zu sehen. Da die Familie viel Ruhe benötigt, beobachtet auch das Tierpflegeteam die Aufzucht nur mit viel Abstand. Kameras in den Innenanlagen ermöglichen eine Überwachung, ohne die Tiere zu stören.
„Tullia“ kam im November 2023 nach Wuppertal, Vater des Nachwuchses ist der vierjährige Tigerkater „Kasimir“, der seit August 2023 im Grünen Zoo lebt. Beide Tiere wurden auf Empfehlung Ex-situ-Programms (EEP) zusammengeführt, dessen Ziel es ist, durch koordinierte Haltung und Zucht eine genetisch vielfältige Reservepopulation bedrohter Tierarten aufzubauen.
In Absprache mit dem EEP wurde vereinbart, in jedem Fall auf eine Handaufzucht der jungen Tiger zu verzichten. So soll eine Fehlprägung auf den Menschen vermieden und „Tullia“ ermöglicht werden, die Jungtieraufzucht zu erlernen.
Der Sibirische Tiger, auch Amurtiger genannt, ist die größte Tiger-Unterart, er kommt nur noch in Russland und im Nordosten Chinas vor und wird von der Weltnaturschutzunion IUCN als „stark gefährdet“ eingestuft.