Start des Ausbildungsjahres: Zahlreiche Stellen in Wuppertal weiterhin unbesetzt

von Daniel Dragon
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Am 1. August beginnt in Nordrhein-Westfalen das neue Ausbildungsjahr – doch in Wuppertal und dem umliegenden Bergischen Städtedreieck sind viele Ausbildungsplätze noch vakant. Trotz des nahenden Ausbildungsbeginns bleibt die Zahl unbesetzter Stellen hoch.

Hunderte Ausbildungsplätze noch offen

Nach Angaben der Bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK) waren zum Stichtag 30. Juni in Wuppertal noch 818 Ausbildungsplätze unbesetzt. In der gesamten Region – einschließlich Solingen und Remscheid – lag die Zahl offener Stellen bei 1.390. Insbesondere in technischen Berufen wie Metall- und Elektroberufen gestaltet sich die Besetzung zunehmend schwierig. Die IHK rechnet für das laufende Jahr mit einem Rückgang der abgeschlossenen Ausbildungsverhältnisse gegenüber dem Vorjahr.

Auch die Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal bestätigt diese Entwicklung. Ihren Daten zufolge stehen in Wuppertal insgesamt 1.534 gemeldete Ausbildungsstellen zur Verfügung. Gleichzeitig waren 783 der insgesamt 1.719 registrierten Bewerberinnen und Bewerber Ende Juni noch ohne Ausbildungsplatz oder sonstige Alternative – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, als noch 660 junge Menschen in dieser Situation waren. Die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage sowie mangelnde Passung zwischen Bewerbern und Betrieben erschwert die Vermittlung zusätzlich.

Ursachen für den Bewerbermangel vielfältig

Die Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Ausbildungsplätze spiegeln einen bundesweiten Trend wider. Laut einer Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) konnte im Ausbildungsjahr 2023/24 etwa die Hälfte der Ausbildungsbetriebe in Deutschland nicht alle Stellen besetzen. In rund 30.000 Unternehmen sei sogar keine einzige Bewerbung eingegangen. Als zentrale Ursache gilt der demografische Wandel. Hinzu kommen veränderte Berufsinteressen junger Menschen sowie eine anhaltende Tendenz zur Akademisierung.

Um dem entgegenzuwirken, bemühen sich viele Unternehmen verstärkt um Nachwuchskräfte. Sie überarbeiten ihre Ausbildungskonzepte, erhöhen die Vergütung oder präsentieren sich aktiver auf Messen und digitalen Plattformen.

Erfolgreiche Beispiele und beliebte Berufe

Ein Beispiel für eine gelungene Nachwuchsgewinnung ist Policks Backstube. Das Unternehmen konnte in diesem Jahr alle Ausbildungsstellen sowohl in der Bäckerei als auch im Verkauf vollständig besetzen. Entscheidend war dabei eine starke Präsenz auf Ausbildungsmessen sowie der direkte Kontakt zu potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern. Neben dem persönlichen Austausch spielt auch die Höhe der Ausbildungsvergütung eine zunehmend wichtige Rolle. Im Einzelhandel etwa liegt die tarifliche Vergütung derzeit bei etwa 1.000 Euro im ersten Ausbildungsjahr, im dritten Jahr bei rund 1.200 Euro – ein spürbarer Anstieg im Branchenvergleich.

Besonders gefragt sind laut Agentur für Arbeit und IHK Ausbildungen im Einzelhandel, im Büromanagement sowie im Bereich der Kraftfahrzeugtechnik.

Beratung und Vermittlung während der Sommerferien

Um kurzfristig noch Ausbildungsplätze zu vermitteln, bietet die Bergische IHK während der Sommerferien eine Ausbildungshotline an. Täglich zwischen 10 und 13 Uhr erhalten Interessierte unter der Telefonnummer 0202 / 249 08 33 oder per E-Mail an [email protected] Unterstützung bei der Suche. Darüber hinaus steht die IHK-Ausbildungsbörse als Plattform zur Verfügung. Unternehmen werden ausdrücklich dazu aufgerufen, ihre freien Ausbildungsangebote dort zu veröffentlichen oder der IHK mitzuteilen.

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