Olympia-Bürgerentscheid: Rund 250.000 Wahlberechtigte in Wuppertal

von Daniel Dragon
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Wuppertal · Mit dem offiziellen Start der landesweiten Kampagne zur Olympiabewerbung Nordrhein-Westfalens rückt auch in Wuppertal der Ratsbürgerentscheid näher. Am 19. April stimmen die Bürger darüber ab, ob sich die Rhein-Ruhr-Region für die Austragung Olympischer und Paralympischer Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 bewerben soll. In Wuppertal sind rund 250.000 Menschen stimmberechtigt.

Den Auftakt der Kampagne gab Ministerpräsident Hendrik Wüst am Montag in Köln. Ziel ist es, eine breite Zustimmung in der Bevölkerung zu erreichen, um die Bewerbung gegenüber dem Deutschen Olympischen Sportbund zu stärken. Dieser entscheidet bis September, mit welchem Konzept Deutschland international antreten wird. Neben der Rhein-Ruhr-Region haben auch München, Hamburg und Berlin ihr Interesse angemeldet. Insgesamt 16 Städte in Nordrhein-Westfalen sollen als Austragungsorte eingebunden werden, darunter Wuppertal. Die Kampagne steht unter dem Motto „Unsere Städte. Unsere Spiele“.

Der Bürgerentscheid ist an eine Mindestbeteiligung gebunden. Mindestens zehn Prozent der Wahlberechtigten müssen ihre Stimme abgeben, damit das Ergebnis gültig ist. Die Abstimmung erfolgt ausschließlich per Briefwahl. Die Unterlagen sollen voraussichtlich ab März an alle Wahlberechtigten verschickt werden. Vor diesem Hintergrund kommt der öffentlichen Information und Mobilisierung eine besondere Bedeutung zu.

Während einige Städte ihre Unterstützung sichtbar ins Stadtbild tragen, setzt Wuppertal bislang auf eine zurückhaltendere Form der Öffentlichkeitsarbeit. In Köln, Dortmund, Essen und Düsseldorf wurden zentrale Gebäude mit Lichtinstallationen in Szene gesetzt. In Wuppertal beschränkt sich die Kampagne zunächst auf digitale Kanäle. Die Stadt hat einen Informationsauftritt im Internet eingerichtet und erste Beiträge über soziale Netzwerke veröffentlicht. Weitere Aktionen bis zum Abstimmungstermin sind angekündigt.

Ein Grund für die vorsichtige Herangehensweise sind die Kosten. Allein die Durchführung des Ratsbürgerentscheids verursacht für die Stadt eine fünfstellige Summe. Die Gesamtausgaben werden auf rund 400.000 Euro geschätzt, von denen das Land 85 Prozent übernehmen will.

Politik und Verwaltung in Wuppertal unterstützen die Bewerbung. Bereits seit längerer Zeit informiert die Stadt auf ihrer Internetseite über den Entscheid. Dort wird auf die Bedeutung Olympischer und Paralympischer Spiele als internationales Sportereignis sowie auf mögliche wirtschaftliche, kulturelle und infrastrukturelle Impulse hingewiesen. Für Wuppertal stehen das Stadion am Zoo und die Schwimmoper als potenzielle Wettkampfstätten im Fokus. Vorgesehen sind dort unter anderem Fußball- und Wasserballwettbewerbe.

Darüber hinaus verweist die Stadt auf mögliche Effekte für den lokalen Sport, etwa durch Investitionen in bestehende Anlagen und eine stärkere internationale Wahrnehmung. Auch Erfahrungen aus früheren Großereignissen fließen in die Argumentation ein, insbesondere die positive Resonanz auf Trainings- und Vorrundenspiele während der Fußball-Europameisterschaft 2024.

Seit Kurzem stellt die Stadt eine strukturierte Übersicht mit Fragen und Antworten zur Olympiabewerbung bereit. Dort finden sich Informationen zu den geplanten Sportarten und Austragungsorten in Wuppertal, zum Ablauf des Bürgerentscheids sowie zu möglichen Chancen für Vereine, Schulen und den Nachwuchssport in der Region.

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