Krisenfest, sozial, umweltgerecht: Suffizienzstrategie für Deutschland

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In einem Impulspapier betrachten Forschende der Europa-Universität Flensburg, des Öko-Instituts und des Wuppertal Instituts Vorteile einer Suffizienzstrategie für Deutschland. Die These: Mit einer solchen Strategie kann Deutschland viele ökonomische, ökologische und soziale Herausforderungen angehen und gleichzeitig die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Systeme resilienter machen.
Für die Handlungsfelder Wohnen, Mobilität, Ernährung, Landwirtschaft sowie Konsum und Produktion werden konkrete, teils praxiserprobte Maßnahmen vorgestellt und bewertet. Suffizienzpolitik solle einen verbindlichen strategischen Rahmen erhalten, ähnlich wie die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie oder die Nationale Wasserstoffstrategie. Denn erst wenn Suffizienz nicht mehr als individuelle Entscheidung Einzelner verstanden wird, sondern als politische Gestaltungsaufgabe, entfaltet sich ihr volles Potenzial für Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und Resilienz.

Johannes Thema vom Wuppertal Institut erklärt: „Wenn Suffizienzpolitik strategisch eingesetzt wird, kann sie nicht nur den Energie- und Rohstoffverbrauch deutlich senken – und damit auch die entsprechenden Kosten und Importabhängigkeiten. Sie sorgt gleichzeitig auch für mehr soziale Gerechtigkeit, reduziert den Druck auf die technischen Lösungsoptionen der Energiewende, wie den Zubau erneuerbarer Energien oder den Netzausbau, und macht Kapazitäten frei für andere soziale und wirtschaftliche Herausforderungen.“, Klimaziele ließen sich so schneller und günstiger erreichen.
Laut UN-Weltklimarat haben nachfrageseitige Optionen wie Suffizienz das Potenzial, Treibhausgasemissionen in den Endverbrauchssektoren Wohnen, Mobilität und Ernährung um bis zu 70 Prozent zu reduzieren. Diverse wissenschaftliche Arbeiten liefern zwar gute Argumente für Suffizienzpolitik, bisher fehlten aber Studien, die systematisch auf einzelne Handlungsfelder eingehen und konkrete Politikoptionen aufzeigen.

Diese Lücke schließen die Forschenden nun: Sie beschreiben Probleme und Hemmnisse in den obengenannten Sektoren und liefern für jedes Handlungsfeld ein schlüssiges Zukunftsbild, basierend auf Suffizienz jenseits der häufigen Verzichtsdebatte. Zudem werden mögliche Indikatoren zur Erfolgsmessung sowie konkrete Vorschläge für geeignete Politikinstrumente aufgezeigt. Das Impulspapier steht über den nachfolgenden Link kostenfrei zum Download bereit:

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