Kokain günstiger als ein Bier – Wuppertal kämpft mit neuen Herausforderungen

von Daniel Dragon
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Wuppertal · Die Kokainpreise in Europa, insbesondere in Deutschland, befinden sich im freien Fall. Grund dafür ist eine massive Zunahme der verfügbaren Mengen, die unter anderem auf eine Überproduktion in Südamerika sowie eine verstärkte Verlagerung des Drogenhandels von Nordamerika nach Europa zurückzuführen ist.

Nach Angaben von Europol wurden 2023 europaweit über 300 Tonnen Kokain beschlagnahmt. Der Hafen von Antwerpen alleine verzeichnete 121 Tonnen sichergestellter Ware und hat damit Rotterdam als größten Umschlagplatz abgelöst. Auch deutsche Häfen wie Hamburg spielen eine zunehmend wichtige Rolle im internationalen Drogenschmuggel.

Diese hohe Verfügbarkeit wirkt sich direkt auf die Marktpreise aus. In Deutschland wird ein Gramm Kokain derzeit für 60 bis 90 Euro gehandelt. Im Großhandel liegt der Kilopreis bei etwa 30.000 bis 35.000 Euro – nahezu eine Halbierung im Vergleich zu den Preisen von vor zwei Jahren. In einigen deutschen Städten ist Kokain mittlerweile günstiger als ein Bier in einer Bar.

Die gesellschaftlichen Folgen dieser Entwicklung sind gravierend. Der Barmer Suchtatlas zeigt, dass 2023 in Nordrhein-Westfalen 15.280 Menschen aufgrund von Kokainmissbrauch medizinisch behandelt wurden – ein Anstieg von 44 Prozent gegenüber 2019. Besonders betroffen sind Männer im Alter von 20 bis 39 Jahren.

Auch Wuppertal bleibt von dieser Entwicklung nicht verschont. Zwar liegen für die Stadt keine eigenständigen Erhebungen zu Konsumzahlen vor, doch mehrfache Polizeieinsätze deuten auf eine erhöhte Aktivität im Bereich Drogenkriminalität hin. So wurde Anfang 2024 ein 36-jähriger Wuppertaler im Zusammenhang mit der Sicherstellung von über 500 Kilogramm Kokain im Hamburger Hafen festgenommen. Zudem kam es im Oktober 2023 bei einer Razzia in Wuppertal-Barmen zu Funden von Kokain, Heroin und Haschisch.

Die gesundheitlichen Risiken des steigenden Kokainkonsums sind erheblich. Kokainmissbrauch kann schwerwiegende kardiovaskuläre Schäden verursachen und war 2023 an etwa einem Fünftel der Drogentodesfälle in Europa beteiligt. In Wuppertal trägt der örtliche Drogenkonsumraum zur Schadensbegrenzung bei. Dieser verzeichnete im Jahr 2019 etwa 2.200 registrierte Konsumvorgänge und bietet neben einem geschützten Rahmen auch medizinische Betreuung.

Das Bundeskriminalamt warnt angesichts der Kokain-Schwemme vor einer zunehmenden Bedrohung durch organisierte Kriminalität, die sich zunehmend auch auf deutsche Städte auswirkt. Insbesondere die enge Verzahnung von Drogenhandel und Gewaltkriminalität stellt eine wachsende Herausforderung für die Sicherheitsbehörden dar.

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