Im Rahmen umfangreicher Ermittlungen ist es den Strafverfolgungsbehörden gelungen, eine international agierende Tätergruppe zu zerschlagen, die für zahlreiche Geldautomatensprengungen in Deutschland, darunter auch in Wuppertal, verantwortlich gemacht wird. Die Ermittlungen wurden federführend vom Bundeskriminalamt (BKA), dem Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen (LKA NRW), der niederländischen Polizei sowie Europol koordiniert.
Die Gruppe soll gezielt Geldautomaten in leicht zugänglichen Bereichen mit geringer Sicherung und unmittelbarer Nähe zu Autobahnauffahrten angegriffen haben. Auch in Wuppertal kam es in den vergangenen Jahren zu mehreren solcher Taten. Betroffen waren unter anderem Standorte an der Remscheider Straße in Ronsdorf (März 2019), der Wittener Straße in Nächstebreck (Dezember 2023), der Tannenbergstraße in Elberfeld (Dezember 2023), der Uellendahler Straße (Februar 2024), der Lüttringhauser Straße (März und Februar 2025) sowie am Ascheweg (April 2025). In allen Fällen richteten die Täter erhebliche Sachschäden an. Angaben zur Höhe der jeweiligen Beute wurden nicht veröffentlicht.
Die Mitglieder der Bande gingen laut den Ermittlungsbehörden arbeitsteilig, technisch versiert und mit erheblichem logistischen Aufwand vor. Für die Sprengungen kamen feste Explosivstoffe zum Einsatz. Die Tatorte befanden sich meist in Wohn- oder Geschäftsgebäuden, wodurch die Sicherheit unbeteiligter Personen erheblich gefährdet wurde. Die Täter nutzten leistungsstarke Fluchtfahrzeuge, um unmittelbar nach der Tat unerkannt zu entkommen. Der Gesamtschaden durch die Anschläge beläuft sich auf mehrere Millionen Euro. Die Beute wird auf etwa 1,2 Millionen Euro geschätzt.
Im Mai 2025 wurden fünf weitere mutmaßliche Bandenmitglieder festgenommen. Laut den Staatsanwaltschaften in Osnabrück und Düsseldorf handelt es sich dabei überwiegend um niederländische Staatsangehörige aus dem Raum Utrecht und Amsterdam. Ein Beschuldigter besitzt die türkische Staatsbürgerschaft. Die Festnahmen erfolgten größtenteils in den Niederlanden, eine weitere in Spanien. Bereits im April und November 2024 waren insgesamt zwölf Verdächtige in früheren Zugriffen festgenommen worden.
Im Zuge der Ermittlungen wurden zudem umfangreiche Beweismittel sichergestellt, darunter rund 290.000 Euro Bargeld – teilweise durch Sicherheitsmechanismen eingefärbt –, ein Krypto-Wallet mit einem geschätzten Wert von über 600.000 Euro, sowie Tatmittel wie Sprengstoff, Benzinkanister, gefälschte Kfz-Kennzeichen, SIM-Karten, Geldzählmaschinen und mehrere Fahrzeuge. Vier der sichergestellten Autos sollen zudem mit weiteren Raubdelikten in Verbindung stehen.
Die Ermittlungen galten einem Täterkreis, der sich nicht nur auf Nordrhein-Westfalen konzentriert haben soll, sondern mutmaßlich auch in anderen deutschen Bundesländern sowie in der Schweiz und Frankreich aktiv war.
Internationale Bande nach Serie von Geldautomatensprengungen festgenommen
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