IHK-Blitzumfrage zu US-Zollabkommen: Bergische Wirtschaft hofft auf stärkeres EU-Geschäft

von Bea Roth
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Die unberechenbare US-Handelspolitik verunsichert auch die bergische Wirtschaft. Das ergab eine Blitzumfrage der Bergischen IHK bei ihren Mitgliedsunternehmen aus Industrie und Großhandel. An der Umfrage beteiligten sich 86 vor allem kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 200 Beschäftigten aus dem verarbeitenden Gewerbe und Großhandel.

Knapp 40 Prozent dieser Unternehmen unterhalten direkte Handelsbeziehungen mit den USA, ein großer Anteil davon entfällt auf die im Bergischen Städtedreieck starke Metallindustrie. „Die Unternehmen mit US-Handelsbeziehungen sehen sich nicht nur mit dem Anstieg der Zollsätze konfrontiert, sie beklagen auch die Zunahme der Bürokratie bei der Zollabwicklung. Die Wettbewerbsfähigkeit der bergischen Unternehmen auf dem US-Markt sinkt,“ fasst IHK-Vizepräsident Dr. Andreas Groß das Ergebnis der Umfrage zusammen.
Ein Teil der Unternehmen beabsichtigt, die Mehrkosten vollständig an ihre Kunden weiterzugeben, andere wiederum wollen diese ganz oder teilweise zu Lasten ihres Gewinns übernehmen. „Der US-Markt wird für die bergische Wirtschaft an Bedeutung verlieren,“ so Dr. Groß. Ein wesentliches Ziel der Trump-Administration scheint sich jedoch nicht zu erfüllen: Kein einziges Unternehmen gibt in der Umfrage an, höhere Investitionen in den USA tätigen zu wollen.

Weitere Belastungsfaktoren sind die starken Schwankungen beim Euro-Dollar-Wechselkurs, der für den weltweiten Handel der exportstarken bergischen Wirtschaft von großer Bedeutung ist. Die Unternehmen befürchten zudem, dass insbesondere chinesische Produzenten ihre ursprünglich für die USA bestimmten Exportgüter auf die Europäische Union umlenken werden. Dies würde den Wettbewerbsdruck zusätzlich erhöhen.
Rückmeldungen der befragten Unternehmen zufolge werden sich die Vertriebsaktivitäten der bergischen Wirtschaft wieder stärker auf den EU-Binnenmarkt konzentrieren. Die Betriebe wissen die geringeren Handelsbarrieren zu schätzen, dies gilt auch für die EFTA-Länder wie die Schweiz. Die Wirtschaft hofft zudem auf asiatische Wachstumsmärkte wie Indien. „Wir begrüßen daher ausdrücklich, dass die EU an weiteren Freihandelsabkommen arbeitet. Europa muss dem zunehmenden Protektionismus entschieden entgegentreten“, fordert Andreas Groß.

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