Großes eSports-Turnier in Wuppertal bringt digitale Mannschaftswettkämpfe in Stadionatmosphäre

von Daniel Dragon


In der Alten Glaserei in Wuppertal hat mit den Bergisch Masters erneut eines der größten analogen eSports-Turniere in Nordrhein-Westfalen stattgefunden. Die Veranstaltung brachte zahlreiche Teams aus der Region zusammen und verwandelte die ehemalige Industriehalle zeitweise in eine Kulisse, die in Stimmung und Lautstärke an ein Fußballstadion erinnerte.
An der fünften Auflage des Turniers nahmen insgesamt 16 Mannschaften teil. Anders als bei vielen Wettbewerben im digitalen Sport trafen sich die Teams nicht online, sondern spielten gemeinsam vor Ort. Unter den teilnehmenden Vereinen befanden sich unter anderem der Wuppertaler SV, der MSV Hilden, der SV Union Velbert sowie der spätere Turniersieger BV Remscheid.
Das mehrtägige Event begann bereits einige Tage zuvor mit Wettbewerben zwischen Unternehmen. Der abschließende Samstag stand im Zeichen des Vereinswettbewerbs und bildete den Höhepunkt der Veranstaltung. In der Alten Glaserei wurde dafür eine komplette Turnierinfrastruktur aufgebaut. Aus der Industriehalle entstanden vier Spielfelder mit Kunstrasen, auf denen lange Tische mit insgesamt 56 Spielkonsolen und zahlreichen Bildschirmen installiert waren. Mehr als 100 Meter Kabel wurden verlegt, um Strom, Internetverbindungen und Beleuchtung sicherzustellen.
Gespielt wurde die Fußballsimulation EA Sports FC in einem Mannschaftsmodus, bei dem mehrere Spieler gemeinsam eine digitale Figur steuern. Die Partien dauerten jeweils 15 Minuten und wurden im Format sieben gegen sieben ausgetragen. Auf großen Bildschirmen konnten Zuschauer die Begegnungen verfolgen, während Kameras das Geschehen live auf der Streamingplattform Twitch übertrugen.
Die Atmosphäre entwickelte sich während der Spiele zunehmend zu einem emotionalen Wettbewerb. Spieler erschienen in Vereinskleidung, feuerten ihre Teamkameraden an und reagierten lautstark auf erfolgreiche Aktionen oder entscheidende Spielsituationen. Besonders Tore sorgten regelmäßig für starken Jubel, der die Halle erfüllte und Gespräche zeitweise unmöglich machte. Trotz der intensiven Wettkampfsituation blieb der Umgang zwischen den Mannschaften sportlich, nach den Partien verabschiedeten sich die Teams mit Handschlag und gegenseitiger Anerkennung.
Das Teilnehmerfeld spiegelte zudem die breite Altersstruktur im eSports wider. Spieler zwischen 13 und 45 Jahren traten gemeinsam in Teams an. Für viele Beteiligte steht neben dem Wettbewerb vor allem das Gemeinschaftsgefühl im Mittelpunkt. Die eSports-Abteilung des SV Union Velbert etwa trifft sich mehrmals pro Woche zu Trainingseinheiten und Ligaspielen. Rund 20 Mitglieder gehören derzeit zur Gruppe, darunter Schüler ebenso wie Familienväter.
Die Verantwortlichen sehen im digitalen Mannschaftssport zahlreiche Parallelen zum klassischen Vereinsleben. Regelmäßige Trainingseinheiten, taktische Abstimmungen und der gemeinsame Wettbewerb prägen auch im eSports den Alltag der Teams. Gleichzeitig wächst das Interesse der Vereine, ihre Aktivitäten in diesem Bereich weiter auszubauen und künftig auch andere Spiele in das Programm aufzunehmen.
Während der Spiele sorgten Lichteffekte und die markante Discokugel unter dem Hallendach für eine besondere Atmosphäre. In Verbindung mit der lauten Kulisse der Zuschauer entstand in der Alten Glaserei ein Ereignis, das digitalen Wettbewerb mit der Dynamik eines klassischen Sportevents verband.

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