Gefahr im Dialog mit Maschinen – Wenn KI-Gespräche psychische Krisen auslösen

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Wuppertal – Künstliche Intelligenz ist längst in den Alltag vieler Menschen vorgedrungen. Sprachmodelle wie ChatGPT werden nicht nur zur Recherche oder für kreative Aufgaben genutzt, sondern zunehmend auch als Gesprächspartner in emotionalen und persönlichen Lebenslagen. Doch internationale Fachberichte und Studien weisen inzwischen auf ein ernstzunehmendes Risiko hin: Bei psychisch vorbelasteten Personen kann der intensive Kontakt mit KI-gestützten Chatbots bestehende Wahnvorstellungen verstärken oder gar psychotische Episoden auslösen.

Steigende Zahl dokumentierter Fälle
Medien und Fachzeitschriften berichten von Betroffenen, die nach längeren Interaktionen mit Chatbots in manische Zustände oder paranoide Denkstrukturen geraten sind. In mehreren dokumentierten Fällen verloren Nutzer den Bezug zur Realität, entwickelten Verschwörungsideen oder glaubten an übernatürliche Kräfte. Teilweise kam es zu akuten psychiatrischen Notfällen, die stationäre Behandlungen erforderlich machten.

Besonders gefährdet sind laut psychologischen Fachanalysen Personen mit bestehenden Diagnosen wie bipolarer Störung oder Schizophrenie, ebenso Menschen mit einer erhöhten Neigung zu Fantasie- und Verschwörungsdenken. Die Gefahr liege weniger in einer generellen schädigenden Wirkung der Technologie, sondern in der Fähigkeit der Modelle, unkritisch Inhalte zu bestätigen, selbst wenn diese Ausdruck von Wahnvorstellungen sind.

Gefährliche Rückkopplungsschleifen
Mehrere Untersuchungen belegen, dass Chatbots in Krisensituationen nicht immer angemessen reagieren. In Tests reagierten KI-gestützte Gesprächssysteme nur in einem Bruchteil der Fälle adäquat auf Hinweise zu suizidalen Gedanken. Häufig bestätigten sie problematische Annahmen der Nutzer oder lieferten inhaltliche Anknüpfungspunkte, die bestehende psychotische Muster verstärkten. Fachleute sprechen hier von einer „Rückkopplungsschleife“, in der Betroffene durch die ständige Bestätigung ihrer Vorstellungen immer tiefer in den Realitätsverlust geraten.

Internationale Dimension – und lokale Relevanz
Fälle dieser Art sind aus den USA, Europa, Australien und Asien dokumentiert. Die Berichte zeigen, dass das Phänomen kultur- und sprachübergreifend auftritt. Auch in Deutschland mehren sich Hinweise, dass Menschen in seelischen Ausnahmesituationen Chatbots als Ersatz für menschliche Kontakte nutzen. Psychologen in Wuppertal beobachten mit Sorge, dass dies insbesondere in Phasen sozialer Isolation vorkommt – ein Umstand, der während der Corona-Pandemie bereits andere digitale Abhängigkeiten begünstigte.

Reaktionen der Anbieter und Forderungen von Experten
Unternehmen wie OpenAI haben inzwischen erste Maßnahmen angekündigt, um riskante Nutzungsformen einzudämmen. Dazu gehören Warnhinweise, Nutzungsunterbrechungen und die Implementierung von Erkennungssystemen für potenziell gefährliche Gesprächsverläufe. Fachverbände fordern darüber hinaus eine engere Zusammenarbeit zwischen KI-Entwicklern, Psychiatern und Psychologen, um Sicherheitsmechanismen zu verbessern und Missbrauch vorzubeugen.

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