Wuppertal – Die Bergische Universität Wuppertal präsentiert erstmals eine umfassende Ausstellung mit Fotografien des Wuppertaler Pressefotografen Kurt Keil. Unter dem Titel „Durch die Linse von Kurt Keil – Revisiting Johannes Rau“ rückt die Schau insbesondere das politische und persönliche Wirken des früheren Ministerpräsidenten und Bundespräsidenten Johannes Rau in den Fokus. Die Ausstellung ist vom 21. Mai bis zum 11. Juli 2025 im Johannes-Rau-Zentrum auf dem Campus Freudenberg zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Fotografischer Nachlass im Universitätsarchiv
Seit 2021 befindet sich der fotografische Nachlass Kurt Keils im Archiv der Universität. In enger Zusammenarbeit mit der Archivarin Dr. Friederike Jesse übernahm die Fotohistorikerin Dr. Carmen Pérez González die wissenschaftliche Aufarbeitung des umfangreichen Materials. Studierende begleiteten den kuratorischen Prozess intensiv und entwickelten in Seminaren das Ausstellungskonzept.
Studierende übernehmen kuratorische Verantwortung
Im Rahmen von Lehrveranstaltungen setzten sich die Studierenden mit der Archivarbeit und den Prinzipien des Kuratierens auseinander. Zwei von ihnen, Thea Schneider und Jako Plaß, übernahmen die Projektkoordination, unterstützt von sieben weiteren Studierenden. Der Titel der Ausstellung entstand frühzeitig als übergeordnete Klammer für künftige Präsentationen des Keil-Archivs.
Grundlage: Ausstellung von 1992
Ausgangspunkt der aktuellen Schau ist eine frühere Ausstellung Keils aus dem Jahr 1992 in der Stadtsparkasse Wuppertal. Damals hatte der Fotograf über 1300 Exponate zusammengestellt, darunter Fotografien und Zeitungsartikel. Das Material, in Umzugskartons sortiert nach Jahren von 1967 bis 1992, wurde im Universitätsarchiv gesichtet und systematisch aufbereitet. Ergänzt wurde die Recherche durch Einsicht in das Negativarchiv, um die ursprüngliche Hängung und Präsentation nachzuvollziehen.
Persönliche Nähe zu Johannes Rau
Im Zentrum der Ausstellung steht die enge Verbindung zwischen Kurt Keil und Johannes Rau. Diese persönliche Beziehung ermöglichte Aufnahmen, die weit über klassische Pressefotos hinausgehen. Die Bilder zeigen Rau nicht nur bei offiziellen Terminen, sondern auch in privaten Momenten, wie etwa bei einem ausgelassenen Tanz mit Pina Bausch. Keils fotografischer Stil zeichnet sich durch Nähe und Authentizität aus – seine Aufnahmen dokumentieren politische Ereignisse ebenso wie zwischenmenschliche Begegnungen.
Unterstützung durch Zeitzeugen
Da die beteiligten Studierenden weder Keil noch Rau persönlich kannten, war ergänzendes Hintergrundwissen essenziell. Neben einer systematischen Bildbeschriftung durch Keil selbst half ein begleitender Bildband zur Einordnung der Motive. Zudem standen Zeitzeugen und Weggefährten des Fotografen beratend zur Seite, darunter Journalisten und ehemalige Kollegen. Auch die Tochter des Fotografen, Marion Keil, leistete wichtige Beiträge zur Einordnung des Materials.
Einblicke in stadtgeschichtliche Debatten
Die Ausstellung dokumentiert nicht nur die Biografie Johannes Raus, sondern spiegelt auch das städtische Zeitgeschehen Wuppertals zwischen den 1960er- und frühen 1990er-Jahren wider. Die Besucherinnen und Besucher erhalten einen Einblick in Debatten, Themen und Entwicklungen der Stadtgeschichte, die heute vielfach in Vergessenheit geraten sind. Neben den gedruckten Zeitungsbildern werden auch alternative Aufnahmen gezeigt, die damals nicht veröffentlicht wurden.
Zukünftige Ausstellungen geplant
Die aktuelle Ausstellung ist der Auftakt einer geplanten Reihe. Weitere Ausstellungen zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten unter dem Titel „Durch die Linse von Kurt Keil“ sind bereits in Vorbereitung. Ziel ist es, die Arbeit des Fotografen in verschiedenen Facetten der Wuppertaler Stadtgeschichte zu beleuchten und an unterschiedlichen Orten zugänglich zu machen.
Ausstellungsdaten
„Durch die Linse von Kurt Keil – Revisiting Johannes Rau“ ist vom 21. Mai bis 11. Juli 2025 im Johannes-Rau-Zentrum (Rainer-Gruenter-Straße 5) auf dem Campus Freudenberg der Bergischen Universität Wuppertal zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei. Kuratiert wurde die Ausstellung von Studierenden unter der Leitung von Dr. Carmen Pérez González.
Fotografische Zeitreise: Ausstellung zu Kurt Keil und Johannes Rau an der Bergischen Universität
KevinHtt/CCA