Externe Organisationsuntersuchung für das Wuppertaler Ausländeramt

wnwtal/CCA


Die Stadt Wuppertal plant eine umfassende externe Analyse der Abläufe im Ausländeramt. Für die Organisationsuntersuchung sollen 64.000 Euro bereitgestellt werden. Über die Vergabe des Auftrags an die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement entscheidet der Stadtrat am Montag. Ziel ist es, Strukturen und Arbeitsprozesse zu überprüfen und kurzfristig umsetzbare Verbesserungen aufzuzeigen.
Der politische Impuls für die Untersuchung geht auf den Sommer 2025 zurück. Nach anhaltender Kritik an langen Bearbeitungszeiten und eingeschränkter Erreichbarkeit hatte der Stadtrat die Verwaltung beauftragt, eine externe Prüfung vorzubereiten. Unabhängig davon wurde das Ausländeramt personell verstärkt. Von insgesamt 60 neuen Stellen in der Stadtverwaltung entfallen 13 auf die Behörde. Die neuen Mitarbeiter treten ihre Arbeit ab Februar an und befinden sich zunächst in der Einarbeitung.
Die Untersuchung ist zunächst auf eine erste Phase begrenzt. In diesem Schritt soll die KGSt die bestehende Organisation analysieren, Optimierungsmöglichkeiten identifizieren und klären, in welchen Bereichen vertiefende Prüfungen sinnvoll wären. Der konkrete Stellenbedarf ist nicht Gegenstand dieser Phase. Weitere Untersuchungen müssten später separat beschlossen und finanziert werden. Aufgrund der Mitgliedschaft Wuppertals in der KGSt kann der Auftrag ohne Ausschreibung vergeben werden. Der Projektstart ist für März vorgesehen, die Laufzeit beträgt rund vier Monate.
Parallel legt die Stadtverwaltung einen ausführlichen Bericht zur aktuellen Situation des Ausländeramts vor. Darin werden die organisatorischen Veränderungen seit 2022 dargestellt. Teams wurden neu zugeschnitten, das Einbürgerungswesen zu einem eigenständigen Sachgebiet mit mehreren Teams ausgebaut. Zentrale Aufgaben wie Personalgewinnung, Prozessoptimierung, IT-Betreuung und Arbeitssicherheit wurden aus den Fachbereichen herausgelöst und gebündelt.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung. Die vollständige elektronische Aktenführung ist abgeschlossen. Derzeit werden digitale Antrags- und Kommunikationswege aufgebaut, darunter Online-Formulare, erste digitale Antragstellungen und ein Terminvergabesystem. Ergänzend arbeitet die Verwaltung an automatisierten Unterstützungsangeboten, um einfache Anfragen schneller bearbeiten zu können.
Angesichts hoher Fluktuation und steigender Fallzahlen wurden zudem Maßnahmen zum Wissensmanagement eingeführt. Standardisierte Leitfäden, Checklisten und digitale Schulungsangebote sollen neue Mitarbeiter schneller einarbeiten und den Umgang mit häufigen rechtlichen Änderungen erleichtern. Verbindliche Kommunikationsregeln sorgen dafür, dass Informationen intern wie extern verlässlich weitergegeben werden, insbesondere in zeitkritischen Fällen.
Der Bericht verdeutlicht die strukturelle Belastung der Behörde anhand zentraler Kennzahlen. Die Zahl der Menschen ohne deutschen Pass in Wuppertal hat sich seit 2010 nahezu verdoppelt und liegt inzwischen bei rund 95.000. Aktuell sind fast 17.000 Anträge auf Aufenthaltserlaubnis und etwa 12.000 Einbürgerungsanträge offen. Hinzu kommen rund 400 laufende Klageverfahren. Im Städtevergleich zeigt sich eine überdurchschnittliche Arbeitsbelastung, da in Wuppertal deutlich mehr Personen pro Mitarbeiter betreut werden als in vergleichbaren Kommunen.
Die Stadtverwaltung versteht den eigenen Bericht als Grundlage für die externe Untersuchung. Er soll eine sachliche Bestandsaufnahme ermöglichen und zugleich prüfen lassen, welche der bereits eingeleiteten Maßnahmen Wirkung zeigen und wo weiterer Handlungsbedarf besteht. Die Organisationsuntersuchung soll damit einen weiteren Schritt zur nachhaltigen Stabilisierung und Leistungsverbesserung des Ausländeramts darstellen.

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