Wuppertal. Nach zweijähriger Projektarbeit präsentiert die MedienErzählWerkstatt Ende März ihre Ergebnisse im Kulturort „Loch“ an der Plateniusstraße. Mehr als 20 Produktionen sind dort am 29. und 30. März zu sehen und zu hören. Das Spektrum reicht von Videobeiträgen und Stop-Motion-Filmen über digitale Erzählformate bis hin zu Installationen, Fotobüchern und gedruckten Heften.
Initiiert wurde das Projekt von Gerda Sieben, die viele Jahre das jfc Medienzentrum leitete. Nach dem Eintritt in den Ruhestand entwickelte sie die Idee, das kreative und verbindende Potenzial medialer Gestaltung insbesondere älteren Menschen zugänglich zu machen. Finanziert wurde das Vorhaben durch den Fonds Soziokultur, der die Arbeit über zwei Jahre hinweg förderte. Projektträger war das Kölner Medienzentrum, während das „Loch“ die Räume für regelmäßige Treffen in Wuppertal bereitstellte.
Seit Februar 2024 arbeiteten zwei Gruppen in monatlichen Zusammenkünften an eigenen Erzählprojekten. Ergänzt wurden die Treffen durch sechs ganztägige Workshops in Köln, wo die technische Ausstattung umfassendere Produktionen ermöglichte. Begleitet wurde die Werkstatt von Fachleuten aus Medienpädagogik und Kunst, darunter Esther Rosiny-Wieland, Carsten Ebe und Nadine Preiß. Sie unterstützten sowohl bei der Entwicklung der inhaltlichen Konzepte als auch bei der technischen Umsetzung.
Im Mittelpunkt stand ein offener Begriff von Geschichte. Biografische Erinnerungen, dokumentarische Annäherungen und utopische Entwürfe fanden gleichermaßen Raum. In Workshops wurden unterschiedliche mediale Verfahren erprobt, darunter Animationstechniken, der Einsatz von KI-Tools, visuelles Erzählen mit Fotobüchern sowie Video- und Audioproduktion.
Die thematische Bandbreite der entstandenen Arbeiten ist entsprechend groß. Sie umfasst eine fotografisch begleitete Meditation über Naturgerüche ebenso wie künstlerische Auseinandersetzungen mit Farbwirkungen. Mehrere Beiträge widmen sich der Heiligen Barbara, die als Schutzpatronin der Bergleute im Ruhrgebiet bis heute familiäre Traditionen prägt. Ein weiteres Projekt beleuchtet aus unterschiedlichen Perspektiven persönliche Erinnerungen an die erste Mondlandung. Viele Vorhaben entwickelten sich im Arbeitsprozess weiter, angeregt durch die neu erschlossenen digitalen Möglichkeiten und die Dynamik innerhalb der Gruppen.
Die Präsentation im „Loch“ ist als offene Ausstellung konzipiert. Besucher können die Arbeiten an verschiedenen Stationen eigenständig erkunden. An beiden Tagen werden zudem geführte Rundgänge angeboten. Am Sonntag, 29. März, ist die Ausstellung von 17 bis 21 Uhr geöffnet, am Montag, 30. März, von 15 bis 20 Uhr; Führungen beginnen jeweils um 17 und 19 Uhr.
Beteiligt sind unter anderem Dr. Heinz-Eberhard Boden, Susanne Heincke, Manfred Kuhn, Petra Mader, Beate Müller, Marion Roemer, Julia Seidensticker, Gerda Sieben und Annette Windgasse.
Mit dem Ende der Förderung ist das Projekt formal abgeschlossen. Innerhalb der Gruppen hat sich jedoch eine eigenständige Arbeitsstruktur entwickelt. Derzeit wird nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten gesucht, um die Arbeit fortsetzen zu können.
Erinnerungen in digitalen Formaten: MedienErzählWerkstatt zeigt Ergebnisse im „Loch“
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