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Der frühere Wuppertaler Oberbürgermeister Uwe Schneidewind hat seine Erfahrungen aus der Amtszeit in einem Buch verarbeitet und darin grundlegende Defizite kommunalpolitischer Abläufe beschrieben. Die Veröffentlichung versteht sich als Analyse struktureller Probleme in deutschen Rathäusern sowie als Beitrag zur Debatte über notwendige Reformen in Verwaltung und Lokalpolitik.
Schneidewind war vor seinem Wechsel in die Kommunalpolitik langjährig wissenschaftlich tätig und leitete ein Institut für Klima-, Umwelt- und Energieforschung. Der Einstieg in das politische Amt bedeutete für ihn einen Perspektivwechsel, den er rückblickend als ernüchternd bewertet. Nach dem Ende seiner Amtszeit erklärte er, dass die politische Arbeit für ihn persönlich nicht die richtige Aufgabe gewesen sei.
Auf rund 160 Seiten schildert er nach eigener Darstellung wiederkehrende organisatorische Blockaden, mangelnde Zuständigkeitsklarheit und Entscheidungsprozesse, die wichtige Projekte erheblich verzögerten. Als Beispiel führt er unter anderem die langwierige Sanierung des Freibads Mählersbeck an, die für ihn sinnbildlich für ein System steht, in dem Verantwortlichkeiten häufig unzureichend wahrgenommen werden und Verwaltungsstrukturen nur eingeschränkt handlungsfähig sind.
Neben der Kritik an bestehenden Abläufen thematisiert das Buch auch die Zusammenarbeit innerhalb kommunaler Führungsgremien, die Schneidewind als in Teilen dysfunktional beschreibt. Zugleich wirbt er dafür, sich trotz der geschilderten Schwierigkeiten weiterhin politisch zu engagieren und Verantwortung auf kommunaler Ebene zu übernehmen.
Das Buch mit dem Titel „Dienstschluss“ erscheint am 12. März im Wagenbach-Verlag und wird zum Preis von 20 Euro erhältlich sein.
