Beyenburg kämpft mit dem schleichenden Verlust seiner Infrastruktur

von Daniel Dragon


Im Wuppertaler Stadtteil Beyenburg mehren sich die Anzeichen eines fortschreitenden Attraktivitätsverlustes. Der Beyenburger Bürgerverein sieht den Stadtteil bei städtischen Planungen zunehmend übergangen und kritisiert eine fehlende Berücksichtigung in zentralen Konzepten. Besonders Randlagen würden aus Sicht des Vereins nicht ausreichend in den Fokus der Stadtentwicklung rücken. So findet Beyenburg in einem städtischen Nahversorgungskonzept keine Erwähnung, was die Sorge um eine langfristige Vernachlässigung verstärkt.
Diese Entwicklung spiegelt sich bereits seit Jahren in der lokalen Versorgungslage wider. Vor drei Jahren schloss die letzte Bäckerei im Stadtteil, seither fehlt eine wohnortnahe Grundversorgung. Auch ein geplanter Discounter auf dem Gelände des Wanderparkplatzes an der Straße Porta Westfalica kommt nicht voran. Obwohl das Projekt seit mehr als einem Jahrzehnt diskutiert wird, ist eine Umsetzung bislang ausgeblieben.
Nun steht Beyenburg vor einem weiteren Einschnitt. Ende dieses Monats schließt die Löwen-Apotheke, die bislang die einzige Apotheke im Stadtteil war. Ein Nachfolger konnte nicht gefunden werden. Ausschlaggebend sind wirtschaftliche Gründe: Der Betrieb einer Apotheke ist mit hoher Verantwortung, großem Arbeitsaufwand und erheblichem unternehmerischem Risiko verbunden, während die Erträge zunehmend geringer ausfallen. Für potenzielle Übernehmer, die zunächst investieren und Kredite aufnehmen müssten, gilt das Geschäftsmodell als kaum tragfähig.
Mit der Schließung verliert Beyenburg eine zentrale Einrichtung der Gesundheitsversorgung. Zwar ist der Rückgang der Apotheken in Wuppertal insgesamt moderat verlaufen und im vergangenen Jahr kam es stadtweit zu keiner Schließung. Für Beyenburg bedeutet der Wegfall jedoch eine weitere Schwächung der ohnehin angespannten Infrastruktur.

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