Architekturstudiengang in Wuppertal vor dem Aus – Fachwelt reagiert mit scharfer Kritik

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Wuppertal – 06. Oktober 2025

Die Pläne der Bergischen Universität Wuppertal, den traditionsreichen Studiengang Architektur im Zuge finanzieller Einsparungen auslaufen zu lassen, haben in der Fachwelt erhebliche Kritik ausgelöst. Besonders deutlich fiel die Reaktion auf der Jahrestagung der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen aus, bei der die Entscheidung einstimmig als inakzeptabel zurückgewiesen wurde.

Der betroffene Studiengang ist am Campus Haspel beheimatet und gilt seit Jahrzehnten als ein zentraler Bestandteil der Architekturausbildung in Nordrhein-Westfalen. Nach Bekanntwerden der Überlegungen, den Studiengang aus Spargründen einzustellen, formierte sich rasch Widerstand aus den Reihen der Architektenkammer, der Hochschulabsolventen und der regionalen Baubranche.

Die Vertreterversammlung der Architektenkammer NRW mit 201 Delegierten verabschiedete einen Antrag, der die geplante Schließung entschieden ablehnt. Nach Ansicht der Kammer wäre ein solcher Schritt ein schwerwiegender Verlust für die Architekturausbildung und ein negatives Signal für den Wissenschafts- und Bildungsstandort Nordrhein-Westfalen. Eine Einschränkung der Ausbildungskapazitäten in einem für Stadtentwicklung, Baukultur und Nachhaltigkeit zentralen Fachgebiet widerspreche den aktuellen gesellschaftlichen und ökonomischen Anforderungen.

Die Architektenkammer betonte, dass gerade angesichts der wachsenden Herausforderungen im Bauwesen – von nachhaltiger Stadtplanung über Energieeffizienz bis hin zum demografischen Wandel – die Ausbildung qualifizierter Architekten von zentraler Bedeutung sei. Einsparungen in diesem Bereich seien daher ein Schritt in die falsche Richtung. Stattdessen müsse das Land in Studiengänge investieren, die einen unmittelbaren Beitrag zur Gestaltung und Entwicklung zukunftsfähiger Lebensräume leisten.

Die Universität Wuppertal steht unter erheblichem Spardruck, doch die Entscheidung, den Architekturstudiengang aufzugeben, wird nun zunehmend zu einem politischen Thema. Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft fordern eine Neubewertung der Prioritäten, um den Studiengang als wichtigen Bestandteil des Bildungs- und Innovationsstandorts Wuppertal zu erhalten.

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