In Wuppertal ist die Zahl der Notrufe im vergangenen Jahr auf rund 76.000 gestiegen und liegt damit nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Langfristig zeigt sich eine kontinuierliche, jedoch maßvolle Zunahme von durchschnittlich etwa drei Prozent jährlich. Die Entwicklung gilt als stabil und entspricht dem seit Jahren beobachteten Trend.
Aus den eingegangenen Notrufen resultierten etwa 49.000 Einsätze, von denen rund 41.000 durch den Rettungsdienst übernommen wurden. Die übrigen Alarmierungen betrafen technische Hilfeleistungen, Brandschutzmaßnahmen oder sonstige Einsatzlagen ohne eindeutige Kategorisierung. Missbräuchliche Anrufe spielen statistisch nur eine untergeordnete Rolle.
Mit Ausnahme des pandemiegeprägten Jahres 2020 ist bei den bemessungsrelevanten Fahrten von Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeugen ein nahezu durchgehendes Wachstum festzustellen. Diese Entwicklung bildet eine wesentliche Grundlage für die aktuelle Fortschreibung des Rettungsdienstbedarfsplans.
Die Leitstelle bearbeitet die Notrufe mit speziell geschultem Personal, das innerhalb kürzester Zeit eine Lagebewertung vornehmen und geeignete Maßnahmen einleiten muss. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2024 ergab einen zusätzlichen Bedarf von zwei Stellen. Aufgrund begrenzter räumlicher Kapazitäten kann das Personal derzeit jedoch nicht erweitert werden. Perspektivisch soll ein gemeinsamer Neubau mit Solingen im Stadtteil Vohwinkel die Arbeitsbedingungen verbessern; eine Realisierung wird erst in den 2030er Jahren erwartet.
Für den Rettungsdienst gelten feste Hilfsfristen: In zentralen Bereichen soll der Einsatzort innerhalb von acht Minuten erreicht werden, in Randlagen innerhalb von zwölf Minuten. Im Brandschutz sind Eintreffzeiten von acht beziehungsweise zehn Minuten vorgesehen, wobei Dispositions- und Ausrückzeiten bereits eingerechnet sind. In den meisten Stadtgebieten werden diese Vorgaben eingehalten oder unterschritten. Schwierigkeiten treten vor allem in topografisch anspruchsvollen oder peripheren Lagen auf, unter anderem in Sudberg sowie im Bereich Herbringhausen.
Der Bedarfsplan weist insbesondere in einzelnen Randquartieren Defizite bei der Standortstruktur der Rettungswachen und der flächendeckenden Versorgung aus. Vorgesehen sind eine stärkere Zusammenarbeit mit umliegenden Gebietskörperschaften sowie strukturelle Anpassungen, um die Erreichbarkeit zu verbessern. Zudem bleibt die Einrichtung eines zusätzlichen Standorts für Notarzteinsatzfahrzeuge im südöstlichen Stadtgebiet ein zentrales Ziel, dessen konkrete Umsetzung noch einer vertieften Analyse bedarf.
Moderat steigende Notrufzahlen stellen Rettungsdienst vor strukturelle Herausforderungen
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