Wuppertal · Die Bergische Industrie- und Handelskammer bewertet den Abschluss des Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und Indien als wichtigen Impuls für den internationalen Handel und die exportorientierte Wirtschaft in der Region. Das Abkommen stärkt offene und verlässliche Handelsstrukturen und schafft planbare Rahmenbedingungen für Unternehmen im Bergischen Städtedreieck.
Nach Einschätzung der IHK eröffnet die Vereinbarung insbesondere für stark exportabhängige Branchen neue Marktchancen. Dazu zählen vor allem Automobilzulieferer sowie der Maschinen- und Anlagenbau, die in Wuppertal, Solingen und Remscheid traditionell eine zentrale Rolle spielen. Durch den Abbau von Handelshemmnissen dürften diese Wirtschaftszweige in den kommenden Jahren spürbar profitieren.
Indien gilt als einer der dynamischsten Wachstumsmärkte weltweit und gewinnt für europäische Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Derzeit liegt der Anteil Indiens am gesamten EU-Handelsvolumen bei rund 2,5 Prozent. Prognosen der Europäischen Kommission zufolge könnten sich die Exporte aus der EU nach Indien bis zum Jahr 2032 infolge des Abkommens verdoppeln. Mit insgesamt etwa zwei Milliarden Einwohnern entsteht zudem die weltweit größte Freihandelszone.
Kern des Abkommens sind weitreichende Zollsenkungen. Die bislang sehr hohen indischen Einfuhrzölle auf Fahrzeuge werden für ein festgelegtes Kontingent schrittweise deutlich reduziert. Für Autoteile ist der vollständige Wegfall der Zölle vorgesehen. Auch im Maschinenbau, wo bisher Abgaben von bis zu 44 Prozent erhoben wurden, sollen die Zölle nahezu vollständig entfallen. Diese Maßnahmen verbessern die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Produkte erheblich und erleichtern den Marktzugang.
Bereits vor Inkrafttreten des Abkommens verzeichnete der Handel mit Indien ein starkes Wachstum. Die neuen Regelungen dürften diese Entwicklung weiter beschleunigen und den Austausch zwischen europäischen und indischen Unternehmen intensivieren.
Nach Einschätzung der Bergischen IHK ist nicht damit zu rechnen, dass das Abkommen im weiteren Verfahren vor den Europäischen Gerichtshof gelangt. Anders als bei anderen Handelsabkommen seien sensible Fragen des Agrarsektors hiervon nicht betroffen.
Bergische IHK sieht neue Perspektiven durch EU-Indien-Freihandelsabkommen
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