Beyenburg verliert letzte Apotheke: Löwen-Apotheke schließt nach fast 30 Jahren

von Daniel Dragon
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Wuppertal-Beyenburg – Mit der Schließung der Löwen-Apotheke endet Ende Januar ein wichtiges Kapitel der Nahversorgung im Wuppertaler Stadtteil Beyenburg. Nach nahezu drei Jahrzehnten stellt die Apotheke ihren Betrieb endgültig ein. Bereits am Mittwoch wurde der letzte Kunde bedient, anschließend begann eine kurze Phase von Betriebsferien bis zum 31. Januar – dem offiziellen Schlusstag.
Seit 1997 wurde die Apotheke von Wolfgang und Petra Biehl geführt. In dieser Zeit entwickelte sich die Löwen-Apotheke zu einer festen Institution im Stadtteil. Entsprechend groß war die Anteilnahme der Bevölkerung, als die bevorstehende Schließung bekannt wurde. In den vergangenen Wochen suchten viele Kunden persönlich das Gespräch, um sich zu verabschieden und ihre Wertschätzung auszudrücken. Die enge Bindung zwischen Apotheke und Stadtteil war das Ergebnis jahrelanger persönlicher Beratung und eines vertrauensvollen Umgangs.
Die Entscheidung zur Aufgabe des Betriebs fiel nicht leicht. Ausschlaggebend war jedoch weniger die hohe Arbeitsbelastung, die über viele Jahre hinweg deutlich über eine reguläre Wochenarbeitszeit hinausging, sondern vor allem eine wirtschaftliche Abwägung im Hinblick auf den bevorstehenden Ruhestand. Notwendige Investitionen in die technische Infrastruktur hätten sich in der verbleibenden Zeit bis zum Renteneintritt nicht mehr amortisieren lassen. Ein Nachfolger konnte nicht gefunden werden.
Die Schließung reiht sich ein in eine Entwicklung, die bundesweit zu beobachten ist. Selbstständige Apotheken stehen zunehmend unter Druck. Steigende Kosten, wachsende bürokratische Anforderungen und eine im Verhältnis dazu unzureichende Vergütung verschlechtern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Gleichzeitig ist die Arbeitsbelastung hoch, insbesondere für Inhaber, die neben der fachlichen Verantwortung auch den organisatorischen und administrativen Betrieb tragen. Im Vergleich dazu bietet eine Anstellung häufig bessere Verdienstmöglichkeiten bei deutlich geringerer Wochenarbeitszeit, was die Selbstständigkeit für viele weniger attraktiv macht.
Trotz dieser strukturellen Probleme blickt Wolfgang Biehl auf eine erfüllte berufliche Zeit zurück. Die persönliche Atmosphäre, die intensive Beratung ohne Zeitdruck und der enge Kontakt zu den Kunden prägten den Alltag in der Löwen-Apotheke über viele Jahre. Diese Aspekte werden mit der Schließung verloren gehen – nicht nur für den Apotheker selbst, sondern auch für den Stadtteil.
Ganz aus dem Berufsleben zieht sich Biehl jedoch nicht zurück. Um den Übergang in den Ruhestand schrittweise zu gestalten, arbeitet er weiterhin in einer Apotheke in Schwelm mit einem reduzierten Stundenumfang. Das Gebäude der ehemaligen Löwen-Apotheke, das im Besitz seiner Frau ist, wird zunächst leer stehen. Für das Ladenlokal gibt es nach Angaben der Eigentümerin bereits erste Interessenten.

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