Erich von Däniken ist tot: Leben und Wirken des Schweizer Bestsellerautors

von Daniel Dragon
Anzeige
bild


Der Schweizer Autor Erich von Däniken ist am 10. Januar 2026 im Alter von 90 Jahren gestorben. Weltweit bekannt wurde er durch Bücher, in denen er die These vertrat, frühe Kulturen hätten Kontakt zu außerirdischen Besuchern gehabt und Spuren dieser Kontakte hinterlassen. Seine Arbeiten erreichten ein Millionenpublikum, stießen jedoch in der wissenschaftlichen Fachwelt weitgehend auf Ablehnung.
Erich Anton Paul von Däniken wurde am 14. April 1935 in der Schweiz geboren. Nach einer Ausbildung in einem kirchlich geführten Internat arbeitete er zunächst in verschiedenen Berufen wie Koch und Hotelmanager. Finanzielle Probleme führten zu einer Verurteilung wegen Betrugs und Unterschlagung, er verbüßte eine Haftstrafe, in der er an seinem ersten großen Werk arbeitete. Dieses legte den Grundstein für seinen späteren internationalen Erfolg.
Sein 1968 erschienenes Buch Erinnerungen an die Zukunft wurde zum Bestseller und machte von Däniken über Nacht bekannt. Darin interpretierte er Monumentalbauten, Mythen und archäologische Funde als Hinweise auf Besuche fortschrittlicher außerirdischer Zivilisationen in der Frühgeschichte der Menschheit.
Von Dänikens zentrales Argument war, dass viele technische und kulturelle Errungenschaften alter Zivilisationen ohne fremde Hilfe nicht erklärbar seien. Er führte unter anderem Bauwerke wie die ägyptischen Pyramiden, die Nazca-Linien in Peru und die Moai-Statuen auf der Osterinsel als Beispiele an. Religiöse Überlieferungen deutete er als Berichte über Begegnungen mit außerirdischen Wesen. Seine Schriften erreichten eine große Leserschaft und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Insgesamt verkauften sich seine mehr als 40 Bücher laut Verlagsangaben über viele Jahrzehnte hinweg mehrfach in Millionenauflagen.
In der wissenschaftlichen Welt fanden seine Hypothesen jedoch kaum Zustimmung. Vertreter der Archäologie, Geschichte und Naturwissenschaften kritisierten wiederholt methodische Schwächen, selektive Beweisführung und spekulative Schlussfolgerungen. Viele der von ihm angeführten Beispiele ließen sich nachweislich auf irdische Ursachen zurückführen.
Ungeachtet der akademischen Kritik blieb von Däniken eine präsente Figur im öffentlichen Diskurs. Er trat weltweit als Vortragsredner auf, war in Fernsehdokumentationen präsent und beeinflusste populäre Formate, die sich mit außerirdischen Theorien befassten. In der Schweiz eröffnete er einen Themenpark zu historischen und kosmischen Rätseln, der allerdings wirtschaftlich hinter den Erwartungen zurückblieb. Auch in seinem hohen Alter war von Däniken publizistisch aktiv und bezog regelmäßig Stellung zu neuen archäologischen und astronomischen Entdeckungen.
Der Glaube an außerirdisches Leben ist in Deutschland verbreitet: In einer repräsentativen Umfrage gaben rund 56 Prozent der Befragten an, an die Existenz intelligenter außerirdischer Lebensformen zu glauben. Für die Stadt Wuppertal liegen keine regionalen Erhebungen vor, die den lokalen Glauben quantifizieren, es ist jedoch anzunehmen, dass die Einschätzung im Rahmen bundesweiter Tendenzen liegt.
Erich von Däniken starb in der Schweiz und hinterlässt Angehörige. Sein Name bleibt mit einer der erfolgreichsten und zugleich umstrittensten populären Auseinandersetzungen mit der Frage nach außerirdischem Leben verbunden. Sein Werk regte Generationen von Lesern dazu an, über die Grenzen konventioneller Geschichtsschreibung hinauszudenken, auch wenn seine Thesen in Fachkreisen kaum Anerkennung fanden.

{{count}} Kommentare aus unserer App. Hier kostenlos downloaden.
{{comment.user.name}}

{{comment.text}}

0 Kommentar

You may also like