Vivaldis „Griselda“ feiert Premiere im Wuppertaler Opernhaus

von Daniel Dragon


Am Freitag, 16. Januar, um 19.30 Uhr bringt die Oper Wuppertal im Opernhaus an der Kurt-Drees-Straße Antonio Vivaldis Oper „Griselda“ erstmals auf die Bühne. Die selten gespielte Barockoper in italienischer Sprache wird mit deutschen und englischen Übertiteln gezeigt und ergänzt den Spielplan der Wuppertaler Bühnen um ein außergewöhnliches Werk des frühen 18. Jahrhunderts.
Das Dramma per musica in drei Akten basiert auf einem Libretto von Carlo Goldoni, das wiederum auf einer Vorlage von Apostolo Zeno und einer Erzählung aus Giovanni Boccaccios „Decamerone“ beruht. Im Zentrum steht ein politisches Psychodrama, das eine von Machtmissbrauch, Manipulation und emotionaler Gewalt geprägte Ehe in den Fokus rückt. Die Handlung entfaltet ein dichtes Geflecht aus Ehrgeiz, Obsession und Grausamkeit und zeigt die verheerenden Folgen, die dieses Machtgefüge für das persönliche Umfeld hat.
Vivaldis Musik ist eng mit den inneren Konflikten der Figuren verbunden und zeichnet sich durch große melodische Ausdruckskraft und virtuose Arien aus. Die Komposition dient nicht allein der Illustration der Handlung, sondern vertieft die psychologischen Dimensionen der Charaktere und macht ihre emotionalen Extreme hörbar. Gerade diese Verbindung von musikalischer Raffinesse und dramatischer Zuspitzung verleiht dem Werk seine besondere Wirkung.
Die Inszenierung von Mathilda du Tillieul McNicol interpretiert die Oper aus einer zeitgenössischen Perspektive und rückt Fragen nach Macht, Abhängigkeit und Selbstbestimmung in den Mittelpunkt. Bühne und Kostüme stammen von Noemi Daboczi, die dramaturgische Beratung übernahm Laura Knoll. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Yorgos Ziavras, der das Sinfonieorchester Wuppertal dirigiert.
In den Hauptpartien sind Michael Gibson als Gualtiero und Sonja Runje als Griselda zu erleben. Weitere Rollen übernehmen Rinnat Moriah als Costanza, Gerben van der Werf als Roberto, Lidor Ram Mesika als Ottone, Marianna Ortugno als Corrado sowie Robin Haarer und Johann Auhage als Everardo.
Die Premiere richtet sich an ein Publikum ab zwölf Jahren und spricht insbesondere Opernfreunde an, die Interesse an barocken Raritäten und intensiven psychologischen Stoffen haben. Weitere Informationen zur Aufführung sind über die Oper Wuppertal erhältlich.

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