Regenwassernutzung zu Hause – nachhaltige Gartenbewässerung mit Regentonnen und Tanks

von Hildegard Palm
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Wuppertal ist für sein niederschlagsreiches Wetter bekannt. Dieser Regen ist jedoch eine wertvolle Ressource, die kostenlos zur Verfügung steht. Angesichts steigender Trinkwasserkosten und spürbar trockener werdender Sommer rückt diese natürliche Quelle auch im Bergischen Land stärker in den Fokus.

Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit lassen sich dabei praktisch auf dem eigenen Grundstück umsetzen. Die Nutzung von Regenwasser für den Garten ist ein effektiver Weg, um den Verbrauch von aufbereitetem Trinkwasser zu reduzieren und gleichzeitig die eigene Grünfläche ideal zu versorgen.

Warum Regenwasser sammeln eine kluge Wahl ist

Die Gründe für das Sammeln von Regenwasser sind vielfältig und überzeugend. An erster Stelle steht die Schonung von wertvollem Trinkwasser, das aufwendig aufbereitet werden muss. Wer Regenwasser nutzt, spart somit Geld bei der Wasserrechnung und handelt gleichzeitig umweltbewusst. Als positiver Nebeneffekt entlastet die Speicherung auch die kommunalen Abwassersysteme bei Starkregen.

Dabei ist die Ästhetik längst kein Hindernis mehr. Die Zeiten einfacher Plastikbehälter sind vorbei. Moderne Regentonnen im modernen Design integrieren sich heute als stilvolle Amphoren oder schlanke Säulen harmonisch in das Gesamtbild des Hauses.

Das Prinzip der Regenwassernutzung – vom Dach in die Tonne

Die Funktionsweise der Regenwassernutzung zu Hause ist denkbar einfach und bewährt. Das auf den Dachflächen auftreffende Niederschlagswasser wird gesammelt. Es fließt über die Dachrinnen kontrolliert zu den Fallrohren. Anstatt das gesamte Wasser direkt in die Kanalisation zu leiten, zweigt man einen Teil davon ab.

Spezielle Regensammler oder Füllautomaten werden in das Fallrohr integriert. Sie filtern den groben Schmutz heraus und leiten das Wasser in einen angeschlossenen Speicher. Sobald dieser Speicher voll ist, sorgt ein Überlaufstopp dafür, dass das überschüssige Wasser seinen Weg über das Fallrohr nimmt.

Der Weg des Wassers – Dachfläche und Fallrohr

Nahezu jede Dachfläche eignet sich zum Sammeln von Regenwasser, wobei die Ausbeute beträchtlich ist – unabhängig davon, ob es sich um ein Ziegel-, Schiefer- oder Flachdach handelt. Lediglich Dächer mit Asbestzementplatten oder frischen Bitumenbahnen eignen sich nicht, da diese Materialien Schadstoffe abgeben können.

Das Wasser wird anschließend zum Fallrohr geleitet, das den idealen Verknüpfungspunkt für das Speichersystem darstellt. Der Anschluss eines Regensammlers lässt sich dabei mit etwas handwerklichem Geschick unkompliziert selbst installieren.

Filterung – Sauberkeit ist entscheidend

Für eine gute Wasserqualität im Speicher ist die Filterung ein zentraler Aspekt. Laub, Moos und anderer Schmutz vom Dach sollen schließlich nicht in den Tank gelangen. Einfache Filtersysteme halten diese groben Partikel effektiv zurück.

Das unterbindet die Verschlammung des Speichers und beugt gleichzeitig der Bildung von Algen sowie unangenehmen Gerüchen vor. Eine saubere Regentonne bedeutet somit weniger Wartungsaufwand und sauberes Wasser für die Pflanzen, wobei allerdings keine Trinkwasserqualität erreicht wird.

Die Speicherlösung – Regentonne oder Erdtank?

Die Wahl des richtigen Speichers hängt vom individuellen Wasserbedarf, dem verfügbaren Platz und dem Budget ab. Die Bandbreite reicht von der kompakten Tonne bis hin zur unterirdischen Zisterne.

Die klassische Regentonne – flexibel und sichtbar

Die Regentonne ist die bekannteste Form der Regenwassernutzung für die Gartenbewässerung. Sie ist relativ preiswert in der Anschaffung und schnell installiert. Fassungsvermögen von 200 bis 500 Litern sind üblich und decken den Bedarf kleinerer Gärten meist gut ab.

Moderne Varianten aus robustem, UV-beständigem Kunststoff gibt es in diversen Formen und Farben, beispielsweise als naturgetreue Holzfässer, elegante Säulen oder bepflanzbare Amphoren. Ein Auslaufhahn im unteren Bereich erleichtert die Entnahme des Wassers mit einer Gießkanne.

Zisternen und Tanks – die unsichtbaren Großspeicher

Für einen größeren Wasserbedarf oder wenn die Tonne optisch stört, bieten sich Erdtanks oder Zisternen an. Diese Speicher werden unterirdisch angelegt und umfassen nicht selten mehrere tausend Liter.

Der Einbau ist aufwendiger, doch die Vorteile liegen auf der Hand. Das Wasser im Erdtank bleibt selbst im Hochsommer kühl und dunkel gelagert, was die Algenbildung in der Regel ausschließt. Zudem ist ein unterirdischer Speicher gegen Frost geschützt. Mittels einer angeschlossenen Pumpe lässt sich das Wasser bequem über einen Gartenschlauch entnehmen oder sogar für eine automatische Bewässerungsanlage nutzen.

Ein Segen für die Pflanzenwelt

Wer seine Pflanzen mit Regenwasser gießt, tut ihnen etwas Gutes. Regenwasser ist „weiches“ Wasser. Es enthält, anders als Leitungswasser, keinen Kalk und hat einen idealen, leicht sauren pH-Wert.

Weiches Wasser bevorzugt

Viele Pflanzen, insbesondere Moorbeetpflanzen wie Rhododendren, Azaleen oder Hortensien, reagieren empfindlich auf kalkhaltiges Leitungswasser. Sie können Nährstoffe schlechter aufnehmen und Mangelerscheinungen zeigen. Regenwasser ist mineralarm und entspricht genau den Bedürfnissen der meisten Gewächse im Garten. Auch Gemüsepflanzen und Rasenflächen bedanken sich für die Versorgung mit natürlichem Nass mit kräftigem Wachstum und sattem Grün.

Nachhaltigkeit im Fokus – mehr als nur Wasser sparen

Die Entscheidung für eine nachhaltige Gartenbewässerung mit Regenwasser hat weitreichende positive Effekte. Jeder Liter Regenwasser, der genutzt wird, muss nicht als Trinkwasser gefördert und aufbereitet werden. Dies schont die wertvollen Grundwasserspeicher.

In städtischen Gebieten wie Wuppertal hilft die dezentrale Speicherung von Regenwasser außerdem, die Kanalisierung bei Starkregen zu entlasten. Das Wasser versickert entweder kontrolliert im Garten oder wird zeitverzögert abgegeben, anstatt schwallartig das System zu fluten.

Die richtige Auswahl treffen – was ist zu beachten?

Bei der Planung eines Systems zur Regenwassernutzung sollten einige Punkte beachtet werden. Wer die beste Regentonne für seine Ansprüche sucht, muss den eigenen Bedarf analysieren. Folgende Punkte helfen bei der Entscheidung:

  • Bedarf und Gartengröße: Wie viel Wasser wird benötigt? Ein kleiner Balkon braucht weniger als ein großer Gemüsegarten. Die Speichergröße sollte zur zu bewässernden Fläche passen.
  • Material: Hochwertiger, UV-stabilisierter Kunststoff ist langlebig, wetterfest und verhindert, dass das Material spröde wird.
  • Anschlüsse: Der Behälter sollte über einen Auslaufhahn für die Gießkanne sowie idealerweise über einen zweiten Anschluss für Schlauch oder Pumpe verfügen.
  • Sicherheit: Ein stabiler Deckel ist unerlässlich. Er verhindert, dass Schmutz eingetragen wird oder Kleintiere und Kinder gefährdet werden.
  • Winterfestigkeit: Die meisten oberirdischen Tonnen müssen vor dem ersten Frost entleert werden, um Frostschäden zu vermeiden.

Fazit – jeder Tropfen zählt

Die Regenwassernutzung ist eine der einfachsten und effektivsten Methoden, um im Alltag nachhaltiger zu handeln. Sie schont den Geldbeutel, entlastet die Umwelt und bietet Pflanzen im Garten die bestmögliche Wasserqualität. Eine einfache Regentonne am Fallrohr des Gartenhauses ist dabei schnell installiert, und gerade angesichts der niederschlagsreichen Wetterlage im Bergischen Land erweist sich diese Anschaffung als besonders lohnend.

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