Wuppertal erreicht Aufnahmekapazität – dennoch kommen weitere Flüchtlinge
Kommunen in Nordrhein-Westfalen fordern Entlastung und klare Zusagen vom Land

von Daniel Dragon


Wuppertal steht stellvertretend für die angespannte Lage vieler nordrhein-westfälischer Städte. Das Bundesland nimmt bundesweit die meisten Zuwanderer auf, während zahlreiche Kommunen ihre Aufnahmekapazitäten längst überschritten haben. In Wuppertal liegt die Belegung nach Angaben aus Verwaltungskreisen deutlich über 150 Prozent der vorgesehenen Kapazität – dennoch werden der Stadt weiterhin neue Geflüchtete zugewiesen.

Die Unterkünfte sind überfüllt, Schulen und Kindertagesstätten arbeiten an der Belastungsgrenze, soziale Einrichtungen stoßen an ihre organisatorischen und personellen Möglichkeiten. Auch ehrenamtliche Hilfsstrukturen sind vielerorts überfordert. Eine Entlastung ist derzeit nicht in Sicht.

Vertreter aus Stadtgesellschaft und Verwaltung kritisieren, dass die Kommunen mit der Situation weitgehend allein gelassen werden. Besonders bemängelt wird, dass trotz der erkennbaren Überlastung keine vorübergehende Zuweisungspause erfolgt und die Verteilung im Land unausgewogen bleibt.

Aus Wuppertal und anderen Städten Nordrhein-Westfalens werden daher mehrere Forderungen laut: keine weiteren Zuweisungen, solange Unterbringungseinrichtungen überbelegt sind, eine gerechtere Verteilung innerhalb des Bundeslandes, eine deutliche finanzielle Unterstützung der Kommunen sowie eine ehrliche und transparente Kommunikation über die tatsächlichen Belastungsgrenzen.

Nordrhein-Westfalen trägt nach aktuellen Zahlen die Hauptlast der bundesweiten Zuwanderung. Kommunale Vertreter warnen, dass ohne ein rasches Handeln der Landespolitik nicht nur die sozialen Strukturen in den Städten gefährdet sind, sondern auch das Vertrauen der Bevölkerung in die staatliche Handlungsfähigkeit weiter sinken könnte.

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