Mit dem Beginn ihrer fünfjährigen Amtszeit hat Wuppertals neue Oberbürgermeisterin Miriam Scherff (SPD) zentrale organisatorische und inhaltliche Veränderungen angekündigt. Ziel ist es, Abläufe in der Stadtverwaltung zu optimieren, Zuständigkeiten klarer zu strukturieren und die Kommunikation sowohl intern als auch nach außen zu stärken.
Bei einer Pressekonferenz im Vorfeld der Ratssitzung stellte Scherff die künftige Organisation ihres Büros und mehrere neue Positionen vor. Im Mittelpunkt steht der Anspruch, Kompetenzen zu bündeln, Entscheidungswege zu verkürzen und die Bürger stärker einzubinden.
Neue Führungsstruktur im OB-Büro
Zwei erfahrene Verwaltungsmitarbeiter übernehmen künftig Schlüsselrollen im direkten Umfeld der Oberbürgermeisterin. Florian Kötter, bisher Leiter der Abteilung Steuerung, Gremien und Bürgerbeteiligung, wird Büroleiter von Miriam Scherff. Der langjährige Verwaltungsmitarbeiter war bereits in der Vergangenheit beratend an ihrer Seite tätig und gilt als enger Vertrauter.
Rémi Teichmann wird persönlicher Referent der Oberbürgermeisterin. Er war zuvor im Wuppertaler Personalamt für den Bereich Personaleinsatz und Auswahl zuständig und verfügt über umfangreiche Erfahrung in Verwaltungsorganisation und Prozessoptimierung.
Wirtschaft, Tourismus und Standortmarketing im Fokus
Ein zentraler Punkt der geplanten Neustrukturierung ist die Schaffung einer Koordinationsstelle für Wirtschaftsangelegenheiten und Standortmarketing. Diese Position soll als Schnittstelle zwischen dem Wirtschaftsdezernat und der städtischen Wirtschaftsförderung fungieren und Aktivitäten bündeln, die bislang auf verschiedene Stellen verteilt sind.
Scherff betont, dass die wirtschaftliche Entwicklung und das Stadtimage künftig stärker miteinander verknüpft werden sollen. Besonderes Potenzial sieht sie im Bereich Tourismus, der nach ihrer Auffassung bisher zu wenig Beachtung findet. Einrichtungen wie das Schwebodrom sollen dabei eine wichtige Rolle spielen, um Wuppertal überregional sichtbarer zu machen.
Stärkere Ausrichtung der Kommunikation
Auch die städtische Öffentlichkeitsarbeit soll neu aufgestellt werden. Neben der bestehenden Pressestelle wird der Bereich Social Media künftig intensiver ausgebaut. Ziel ist eine einheitliche und professionell abgestimmte Kommunikationsstrategie, die die Stadt in ihrer Gesamtheit widerspiegelt. Das Presseamt unter Leitung von Martina Eckermann arbeitet derzeit an einem überarbeiteten Konzept für die digitalen Auftritte der Stadt.
Scherff plant außerdem, in ihrem Büro drei Fachreferentenstellen einzurichten. Diese sollen die Themenbereiche Stadtentwicklung, Bauen, Mobilität, Klima und Umwelt; Soziales, Schule, Jugend und Kultur; sowie Sicherheit, Ordnung, Finanzen und Personal abdecken. Damit sollen fachliche Kompetenzen direkt im Umfeld der Oberbürgermeisterin gebündelt werden.
Bürgerbeteiligung wird zur Stabstelle
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Bürgerbeteiligung und ehrenamtlichem Engagement. Hierzu wird eine eigene Stabstelle im OB-Büro eingerichtet, die als zentrale Anlaufstelle für Vereine, Initiativen und private Veranstalter dienen soll. Die neue Einheit soll Hilfestellung bei organisatorischen und fördertechnischen Fragen bieten und zugleich als Ombudsstelle für bürgerschaftliche Projekte fungieren.
Scherff unterstreicht die Bedeutung lokaler Veranstaltungen für das gesellschaftliche Leben und will diesen Bereich künftig gezielter unterstützen.
Verbesserte Abstimmung mit politischen Gremien
Zur Stärkung der internen Zusammenarbeit plant die Oberbürgermeisterin zudem, die Abteilung Gremienangelegenheiten mit der politischen Koordination zusammenzuführen. Die Leitung dieser neuen Einheit übernimmt Sylvia Füsgen. Mit dieser organisatorischen Änderung soll die Kommunikation zwischen Verwaltung und den Fraktionen des Stadtrats effizienter gestaltet werden.
Mit den vorgestellten Maßnahmen setzt Miriam Scherff in den ersten Wochen ihrer Amtszeit klare Akzente: Effizienzsteigerung, stärkere Bürgernähe und ein modernes Stadtimage stehen im Zentrum ihres Verwaltungskurses.
Wuppertal: Oberbürgermeisterin Miriam Scherff stellt neue Strukturen für Verwaltung und Kommunikation vor
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