Märchenabend in Wuppertal: Erzählkunst zwischen Leben und Tod

von Daniel Dragon



Wuppertal/Schwelm – Irene Stöber versteht es, mit ihrer Stimme Geschichten zum Leben zu erwecken. Beim „Tag des Friedhofs“ am 21. September 2025 führte sie zahlreiche Besucher über die Anlage in Schwelm. Die Verbindung von historischen Einblicken und lebendigen Märchenerzählungen machte den Spaziergang zu einer besonderen Erfahrung, die viele Teilnehmer nachhaltig bewegte.

Märchen und Friedhofskultur

Friedhöfe gelten seit jeher als Orte der Erinnerung und zugleich als Spiegel gesellschaftlicher Veränderungen. Sie bieten nicht nur Raum für Ruhe und Besinnung, sondern zunehmend auch für kulturelle Begegnungen. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich viele Friedhöfe zu weitläufigen Parklandschaften entwickelt, die Naturerleben und Nachdenken miteinander verbinden.

Märchen fügen sich in diesen Rahmen auf besondere Weise ein. Sie erzählen seit Jahrhunderten von den grundlegenden Themen des Lebens – und stets auch vom Tod. In ihren vielfältigen Facetten reichen sie von zarten und nachdenklichen Erzählungen bis zu humorvollen und kraftvollen Geschichten, stets poetisch, zeitlos und mit tiefem Sinn. Ein Spaziergang, bei dem Märchen mit der Atmosphäre des Friedhofs verbunden werden, eröffnet so eine ungewöhnliche und berührende Erfahrung. Zuhören, innehalten und den Ort bewusst wahrnehmen kann den Blick auf Leben und Vergänglichkeit nachhaltig verändern.

„Märchen Stimmen“ in der Bandfabrik

Am Samstag, 1. November 2025, ist Irene Stöber gemeinsam mit Helga Bieber in Wuppertal zu erleben. Unter dem Titel „Märchen Stimmen“ gestalten beide in der Bandfabrik – kultur am rand einen Abend, der klassische Märchen und neue Deutungen miteinander verbindet. Dabei rückt das Thema „Stimme“ als zentrales Motiv vieler Erzählungen bewusst in den Mittelpunkt.

Die Wahl des Veranstaltungsortes unterstreicht den künstlerischen Anspruch. Die Bandfabrik an der Schwelmer Straße hat sich seit Jahren als kulturelle Adresse etabliert und bietet den passenden Rahmen für ein Programm, das Erzählkunst und Reflexion vereint.

Die Stimme als Instrument des Jahres

Das Jahr 2025 steht im Zeichen der „Stimme“ als Instrument des Jahres. Diese Würdigung passt zu Stöbers Ansatz, Geschichten allein durch sprachliche Gestaltung und stimmliche Ausdruckskraft erlebbar zu machen. Ihre Erzählweise schafft Nähe und Präsenz, ohne visuelle Hilfsmittel, allein getragen von Klang und Intensität der Sprache.

Verankerung in der Region

Neben ihren Auftritten in Kulturhäusern arbeitet Irene Stöber regelmäßig mit dem Christlichen Friedhofsverband Wuppertal zusammen. Dort führt sie Märchenspaziergänge für Erwachsene durch, die eindrücklich zeigen, wie sich Natur, Kulturgeschichte und Erzähltradition miteinander verbinden lassen.

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