Wuppertal · Das Bündnis „Gathe für alle!“ hat einen offenen Brief an die Mitglieder der DITIB-Moschee an der Gathe veröffentlicht, in dem es Kritik an den Plänen äußert, auf dem Gelände des Autonomen Zentrums (AZ) eine neue Moschee zu errichten. Gleichzeitig wird eine zentrale Frage aufgeworfen: Welche Rolle spielt der Bau einer Moschee tatsächlich für die Integration in der Stadtgesellschaft?
Das AZ besteht seit 1972 und ist seit 1987 an verschiedenen Standorten an der Gathe aktiv. In der Vergangenheit engagierte sich das Zentrum insbesondere im Kampf gegen rechtsextreme Strukturen, unter anderem nach den Brandanschlägen in Mölln und Solingen Anfang der 1990er Jahre. Das Zentrum betont, dass es auch heute ein wichtiger Akteur im Kampf gegen Faschismus und Rassismus ist.
Der offene Brief richtet sich an die Gemeindemitglieder der DITIB-Moschee und kritisiert die Absicht des Vorstands, das Grundstück des AZ mit einer Moschee zu überbauen. Das Zentrum sieht dies als Bedrohung seines Fortbestands und fordert, dass die Gemeinde bei der Planung demokratische Prinzipien berücksichtigt, um einen politischen Konflikt an der Gathe zu vermeiden. In diesem Zusammenhang wird die Frage gestellt, inwiefern der Neubau einer Moschee tatsächlich zur Integration beiträgt oder ob alternative Maßnahmen diesen Zweck besser erfüllen könnten.
Das Bündnis schlägt vor, dass die Elberfelder DITIB-Gemeinde ihre interne Struktur überdenkt und einen Vorstand wählt, der sich klar von politischen Strömungen in der Türkei, insbesondere von AKP und MHP, distanziert. Auch die Einstellung von Imamen, die menschenfeindliche Positionen ablehnen, wird als Signal für eine demokratische Orientierung der Gemeinde genannt.
Es wird hervorgehoben, dass die Mehrheit der Moscheebesucher nicht die Politik von Erdoğan unterstützt und sich von antisemitischen, frauenfeindlichen und extremistischen Positionen distanziert. Das AZ sieht darin die Chance, den Standort des Zentrums zu sichern, ohne dass es zu einer Eskalation kommt.
Konkret fordert das Bündnis eine Verschiebung der Bauplanung um 15 Meter, um den Fortbestand des AZ zu gewährleisten. Weitere städtebauliche Maßnahmen, wie die Wiederherstellung des Mirker Bachs oder die Umsetzung des Gezi-Gathe-Parks, werden als wünschenswert, jedoch nicht zwingend bezeichnet.
Das Bündnis appelliert an die Gemeindemitglieder, die demokratischen Grundsätze und die Frage der tatsächlichen Integrationswirkung des Moscheebaus in den Mittelpunkt der Entscheidungsfindung zu stellen, um einen politischen und sozialen Konflikt an der Gathe zu vermeiden.
Offener Brief des Autonomen Zentrums Wuppertal an die DITIB-Gemeinde: Debatte über Moschee und Integration
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