Premiere am Theater am Engelsgarten: „Die kahle Sängerin“ als Regiedebüt von Joachim Gottfried Goller

von Daniel Dragon



Am Donnerstag, den 12. Juni 2025, bringt das Schauspiel Wuppertal Eugène Ionescos Einakter Die kahle Sängerin auf die Bühne des Theaters am Engelsgarten. Die Inszenierung markiert zugleich das Regiedebüt von Joachim Gottfried Goller und widmet sich einem Klassiker des absurden Theaters.

Das Stück beginnt in einem scheinbar gewöhnlichen britischen Wohnzimmer: Mr. und Mrs. Smith führen eine belanglose Unterhaltung vor dem Kamin, bis sie Besuch von Mr. und Mrs. Martin erhalten. Diese erkennen nach einer langwierigen, abstrusen Argumentation, dass sie ein Ehepaar sind, obwohl sie sich zunächst fremd erscheinen. Die Konversationen der beiden Paare verlieren sich zunehmend in absurden Wiederholungen, bedeutungslosen Phrasen und sprachlicher Entgrenzung. Die Situation eskaliert, als das Dienstmädchen Mary sich als Detektivin begreift und ein Feuerwehrmann höflich nach einem Brand sucht, den es nicht gibt. Am Ende bleibt von der Sprache nur ein Strudel aus Lauten und isolierten Silben.

Eugène Ionesco, französisch-rumänischer Herkunft, gilt als einer der einflussreichsten Dramatiker der französischen Nachkriegszeit. La Cantatrice chauve, 1948 verfasst und 1950 in Paris uraufgeführt, etablierte sich rasch als prägendes Werk des absurden Theaters. Die deutsche Übersetzung von Serge Stauffer macht das Stück auch für den deutschsprachigen Raum seit Jahrzehnten zugänglich.

Die Aufführung dauert etwa 90 Minuten und wird ohne Pause gespielt.

Begleitprogramm im Rex Filmtheater: „Shikun“ von Amos Gitai

Als Ergänzung zur Theaterproduktion zeigt das Rex Filmtheater am 11. Mai um 15 Uhr den israelischen Film Shikun von Amos Gitai. Schauspielintendant Thomas Braus führt in die Vorführung ein.

Der Film, der 2024 entstand, basiert auf dem Theaterstück Die Nashörner und thematisiert die Mechanismen gesellschaftlicher Ausgrenzung. In einer Abfolge lose verbundener Episoden wird das Zusammenleben einer multikulturellen Hausgemeinschaft dargestellt. Die Handlung entwickelt sich entlang der Entstehung intoleranter und autoritärer Denkmuster. Gedreht wurde der Film noch vor dem Angriff der Hamas auf Israel, was seiner politischen Aussage eine zusätzliche Brisanz verleiht.

Weitere Informationen und Tickets für die Filmvorführung sind unter wuppertalerkinos.de erhältlich.

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