„Sicheres, Algorithmen-basiertes Fußwegerouting“: Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts SAFER steht die Frage, wie Schulwege sicherer gestaltet werden können – mithilfe moderner mathematischer Optimierung und unter Berücksichtigung von Verkehrssicherheitsaspekten. Das Projekt wird im Rahmen des Innovationswettbewerbs NeueWege.IN.NRW durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung mit 590.000 Euro gefördert. Anfang Mai überreichte NRW-Umweltminister Oliver Krischer den offiziellen Förderbescheid an Projektleiter Dr. Michael Stiglmayr von der Bergischen Universität.
SAFER verfolgt das Ziel, intelligente Routenplanung zu entwickeln, die nicht nur auf die kürzeste Strecke, sondern auch auf Sicherheitsaspekte und Qualität des Weges achtet. Der Fokus liegt dabei auf der Bewertung von Querungsstellen wie Zebrastreifen, Ampeln oder Mittelinseln. Das Projekt verbindet mathematisch-theoretische Innovation und praktische Anwendung in der Verkehrsplanung: Mit den entwickelten digitalen Werkzeugen lassen sich sichere Schulwege und kommunale Fußwegenetze künftig deutlich schneller planen und umsetzen. „Im Gegensatz zu herkömmlichen Navigationssystemen gewichtet SAFER verschiedene Kriterien wie schnell und sicher nicht einfach, sondern behandelt sie als gleichberechtigte, sich (teilweise) widersprechende Ziele“, erklärt Stiglmayr. Die schnellste Route könne mitunter die unsicherste sein und als Schulweg ungeeignet.
Die Sicherheitsbewertung der Querungsstellen basiert auf einer ordinalen Skala, also einer Rangfolge, und nicht auf messbaren Größen wie beispielsweise der Zeit und der Streckenlänge.
„Den verschiedenen Typen von Straßenquerungen wird dabei jeweils eine Kategorie entsprechend ihrem Gefahrenpotenzial zugeordnet “, so Stiglmayr. Bei der Berechnung des Schulweges soll das Navigationssystem diese Bewertung miteinbeziehen: „Für uns Mathematiker*innen ergibt sich daraus ein sogenanntes ordinales Optimierungsproblem. Mit den mathematischen Verfahren, die das Problem lösen, analysieren wir Zielkonflikte zwischen kürzeren und sichereren Routen systematisch und ermitteln am Ende eine fundierte Kompromisslösung.“
Die Arbeitsgruppe Optimierung der Bergischen Uni, vertreten durch Prof. Dr. Kathrin Klamroth, PD Dr. Michael Stiglmayr und Dr. Julia Sudhoff Santos, zählt zu den führenden Teams in den Bereichen multikriterielle Netzwerkoptimierung und ordinale Entscheidungsprozesse.
Durch die enge Kooperation von Wissenschaft und Praxis entsteht ein neuartiger Ansatz, um Routen für den Schulweg zu gestalten. „Wir sind uns sicher, in Kürze sind sichere Schulwege deutlich schneller umsetzbar“, meint Jens Leven von Projektpartner bueffee. Das Wuppertaler Büro für Forschung, Entwicklung und Evaluation bringt umfassende Erfahrung im Bereich Schulwegsicherheit und schulisches Mobilitätsmanagement in das Vorhaben SAFER ein.
Sichere Schulwege dank smarter Routenplanung: Bergische Uni startet Forschungsprojekt
Photo by on Pexels
{{count}} Kommentare aus unserer App. Hier kostenlos downloaden.
{{comment.user.name}}
{{comment.text}}
