Wuppertal – Rund 2.000 Menschen haben am Sonntagmittag (25. Mai 2025) in der Wuppertaler Innenstadt an einer Demonstration teilgenommen, um sich mit dem Meeresbiologen und Umweltaktivisten Robert Marc Lehmann solidarisch zu zeigen. Trotz regnerischer Witterung versammelten sich die Teilnehmenden vor dem Hauptbahnhof, wo Lehmann mit einer Rede seine Position gegen die Haltung von Wildtieren in Zoos bekräftigte. Die Veranstaltung war zuvor ordnungsgemäß angemeldet worden.
Der ursprünglich geplante Versammlungsort auf dem Laurentiusplatz wurde von der Polizei in Abstimmung mit den Veranstaltenden verlegt, um Überschneidungen mit dem zeitgleich stattfindenden Luisenfest im Luisenviertel zu vermeiden. Die Demonstration verlief laut Angaben der Polizei störungsfrei. Die Einsatzleitung bezifferte die Zahl der Teilnehmenden auf etwa 2.000 Personen – ein deutliches Zeichen der Unterstützung, da bei vergleichbaren Veranstaltungen üblicherweise mit weit geringerer Beteiligung gerechnet wird.
Hintergrund der Versammlung ist ein Konflikt zwischen Lehmann und der Historischen Stadthalle Wuppertal. Der Umweltaktivist sollte im Rahmen des „Zukunftsfestivals“ auf dem Johannisberg auftreten, an dem unter anderem die Junior Uni für das Bergische Land beteiligt war. Nachdem Lehmann im Vorfeld angekündigt hatte, im Rahmen seines Vortrags auch Kritik an der Haltung von Tieren in zoologischen Einrichtungen zu üben, entschied sich die Stadthalle gegen eine Durchführung des Programmpunkts mit ihm. Die Begründung lautete, dass die geplante Thematik nicht in das familienorientierte Nachhaltigkeitskonzept des Festivals passe.
Lehmann reagierte öffentlich auf die Entscheidung der Stadthalle. Er kritisierte das Vorgehen als Einschränkung der Meinungsfreiheit und lehnte den ihm vorgelegten Auflösungsvertrag ab, da dieser keine finanzielle Kompensation vorsah. Stattdessen wurde ihm von einer Anwaltskanzlei im Namen der Stadthalle eine Rechnung über 1.375,88 Euro für entstandene Schäden durch angebliches vertragswidriges Verhalten zugestellt.
In einer späteren Stellungnahme erläuterten Stadt und Zoo-Leitung, dass es im Verlauf der Abstimmungen über Inhalt und Rahmenbedingungen des Vortrags Bedenken gegeben habe, ob die angekündigte Zoo-Kritik mit dem Veranstaltungsprofil vereinbar sei. Nach interner Rücksprache sei der Vertrag von Lehmann einseitig beendet worden. Die Stadt bekundete ihr Bedauern über die Eskalation und äußerte die Bereitschaft zu einem zukünftigen Dialog mit dem Umweltaktivisten, um eine geeignete Plattform für eine öffentliche Auseinandersetzung zu schaffen.
Die Demonstration am Sonntag wurde auch von zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern überregionaler Medien begleitet.
Demonstration in Wuppertal: Breite Unterstützung für Robert Marc Lehmann
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