Neues Gutachten zur Pflegeversicherung: Experten fordern umfassende Reform

von Daniel Dragon
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Wuppertal – Die Initiative „Pro Pflegereform“ hat ihr drittes Gutachten zur Neuausrichtung der Pflegeversicherung vorgestellt. Dr. Wolfgang Kues, Vorstand des Caritasverbandes Wuppertal/Solingen, sieht darin eine wegweisende Grundlage für eine längst überfällige Reform.

Das Gutachten schlägt ein grundlegendes Umdenken im Pflegesystem vor. Eine der zentralen Empfehlungen ist die Abschaffung der strikten Trennung zwischen ambulanter und stationärer Pflege, um eine flexiblere und bedarfsgerechtere Versorgung zu ermöglichen. Zudem sollen bürokratische Doppelstrukturen, etwa zwischen Heimaufsicht und Medizinischem Dienst, reduziert werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung der Wahlfreiheit für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen, um individuell passende Leistungen besser zugänglich zu machen.

Das Konzept ist als dreistufiger Reformplan bis 2030 angelegt und benennt klare Maßnahmen, um die finanzielle Belastung von Pflegebedürftigen zu begrenzen. Ziel sei es, Pflege wieder bezahlbar zu machen und die Abhängigkeit von Sozialhilfe zu verringern. Gleichzeitig enthält das Gutachten Vorschläge zur Bekämpfung des Fachkräftemangels in der Branche.

Die vorgeschlagene Einführung einer Vollversicherung mit begrenztem Eigenanteil erfordert zusätzliche finanzielle Mittel. Allerdings zeigen Modellrechnungen im Gutachten auf, dass eine solche Reform langfristig zur Stabilisierung der Beitragssätze beitragen könnte.

Herausgegeben wurde das Gutachten von der Initiative „Pro Pflegereform“, die sich seit 2016 für eine grundlegende Neuausrichtung der Pflegeversicherung einsetzt. Sie wird von über 120 Pflegeunternehmen mit rund 1.000 Pflegeheimen und 300 Pflegediensten sowie mehr als 60 Verbänden und Organisationen unterstützt.

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