BUW-Start-up „experial“ gewinnt EHI-Wissenschaftspreis

von Bea Roth
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Schneller wissen, was die Zielgruppe bewegt: Das Start-up „experial“ von der Bergischen Universität entwickelt KI-gestützte digitale Zwillinge für die Marktforschung. Nun hat es den renommierten mit 50.000 Euro dotierten EHI-Wissenschaftspreis 2025 in der Kategorie „Bestes Start-up“ gewonnen.
Gegründet wurde „experial“ von Dr. Tobias Klinke und Nader Fadl, die Wirtschaftswissenschaftler waren bzw. sind Promovenden am Lehrstuhl für Marketing und entwickeln mit ihrem Start-up eine innovative Lösung, um Marktforschung schneller und kostengünstiger zu gestalten: KI-basierte digitale Zwillinge simulieren reale Zielgruppen und liefern präzise Antworten für strategische Marketing- und Einkaufsentscheidungen von Unternehmen. Diese umgehen damit typische Herausforderungen in klassischen Umfragen: Im Gegensatz zu menschlichen Teilnehmenden haben digitale Zwillinge beispielsweise keine Motivationsprobleme, wie sie bei realen Stichproben häufig auftreten. Die „experial“-Technologie basiert auf großen Datensätzen, maschinellem Lernen und natürlicher Sprachverarbeitung. Sie ermöglicht Unternehmen, tiefgehende Analysen ihrer Kunden bis zu 100-mal schneller als mit herkömmlichen Methoden durchzuführen.

„Als forschungsgetriebenes Team, das neue Methoden der digitalen Marktforschung entwickelt, ist der Wissenschaftspreis für uns eine besondere Anerkennung und Motivation zugleich“, erklärt Gründer Tobias Klinke, der zusammen mit seinen Mitstreitern vergangene Woche in Düsseldorf vor rund 250 Gästen aus Handel und Konsumgüterindustrie den Preis entgegennahm. Eingeladen hatten die EHI Stiftung und GS1 Germany, die den Preis an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Start-ups verleihen, deren exzellente wissenschaftliche Arbeiten und Projekte relevant für die Handelsbranche und die Konsumgüterindustrie sind.
Das Start-up Center der Bergischen Universität, das „experial“ in der letzten Phase vor der Gründung beraten und für den Wissenschaftspreis nominiert hatte, gratulierte dem erfolgreichen Team. Die Bergische Uni stärkt ihre Unterstützung für Gründungsinteressierte nachhaltig: Seit Januar 2025 wird das Start-up Center nicht mehr über das EXIST-Potenziale-Programm, sondern direkt durch die Universität finanziert. Damit ist die zentrale Anlaufstelle für unternehmerische Ideen langfristig gesichert und fest in der Hochschulstruktur verankert. Durch die zentrale Finanzierung bleibt das breite Angebot für angehende Gründerinnen und Gründer erhalten.

Seit seiner Gründung hat das Start-up Center bereits über 690 Beratungen durchgeführt, aus denen 458 Gründungsprojekte entstanden sind – davon 148 erfolgreiche Unternehmensgründungen. Diese beeindruckende Bilanz zeige, wie stark das Ökosystem für Unternehmertum an der Universität gewachsen sei.

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