Gut gepanzert und doch bedroht: Gürteltier ist Zootier des Jahres 2025

von Bea Roth
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Gut gepanzert und doch bedroht – die Uhrzeitsäuger mit dem einzigartigen Knochenpanzer haben 60 Millionen Jahre Erdgeschichte überdauert, doch heute kämpfen viele Gürteltierarten ums Überleben.

Die Kampagne „Zootier des Jahres 2025“ widmet sich dem Schutz dieser besonderen Säugetiere. Gemeinsam mit zoologischen Gärten setzt sich die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) mit Projekten in Brasilien und Kolumbien für Gürteltiere ein. Schirmherr ist Cem Özdemir, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft. Die Mehrzahl der 23 Gürteltierarten lebt in Mittel- sowie Südamerika und repräsentiert eine faszinierende Vielfalt in Größe, Aussehen, Lebensweise und Fortpflanzung. Während manche sich im Umfeld des Menschen als anpassungsfähig erweisen, kämpfen mehrere Arten akut um ihren Fortbestand – obwohl sie als einzige Säugetiere einen Panzer aus kleinen miteinander verbundenen Knochenplatten besitzen, der es ermöglicht, sich bei Gefahr und zum Schutz vor Fressfeinden zusammenzurollen.

„Gemeinsam mit unseren südamerikanischen Projektpartnern möchten wir bei der diesjährigen „Zootier des Jahres“-Kampagne ausgewählte Gürteltierarten in den Fokus rücken und konkrete, nachhaltige Artenschutzmaßnahmen für diese faszinierenden Tiere umsetzen“, sagt Dr. Viktoria Michel, Kampagnenkoordinatorin der ZGAP. Gürteltiere als sogenannte Ökosystemingenieure haben großen Einfluss auf ihren gesamten Lebensraum. Sie graben viel, lockern den Boden auf, tragen zur Durchlüftung des Bodensubstrates bei und viele andere Tierarten profitieren von den Bauen: über 30 verschiedene, darunter Ozelots, Flachlandtapire oder Südliche Tamanduas, nutzen verlassene Gürteltierbaue als Unterschlupf.
In Südamerika werden Gürteltiere wegen ihres wohlschmeckenden Fleisches gejagt. Industrielle, auf Export ausgerichtete Landwirtschaft dringt mit Plantagen oder zunehmender Nutztierhaltung immer weiter in ihre Lebensräume vor. Auch die Förderung von Erdöl und anderer Bodenschätze beeinträchtigt diese zunehmend.

Viele Zoos halten und züchten gefährdete Arten in koordinierten Erhaltungszuchtprogrammen und geben interessante Einblicke in biologische und ökologische Zusammenhänge der in ihrer Obhut gepflegten Tiere. Die Partnerzoos der Kampagne und ihre Fördervereine stellen erhebliche Mittel, um die Naturschutzarbeit vor Ort finanziell zu fördern und auch fachlich zu unterstützen.
So leisten Zoos zusammen mit der ZGAP gezielt auch besonders Hilfe für Tierarten ohne Lobby, deren Schutzprojekte ansonsten nur schwer die nötige Unterstützung erhalten würden. Für alle ehemaligen „Zootiere des Jahres“ gilt: Die Schutzmaßnahmen werden über das Kampagnenjahr hinaus fortgesetzt und sichern den im Fokus stehenden Tierarten damit eine langfristige Unterstützung.

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