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Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen im offenen Ganztag (OGS) bleibt hoch. Zum Schuljahr 2025/2026 reagiert die Stadt Wuppertal auf den anhaltenden Bedarf mit einem umfangreichen Ausbau: Insgesamt werden 575 neue Plätze geschaffen, verteilt auf 18 volle und neun halbe OGS-Gruppen an Grundschulen. Dieser Schritt markiert einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur Umsetzung des ab 2026 geltenden Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung.
Neue Gruppen für den Offenen Ganztag
Der Ausbau betrifft zahlreiche Grundschulen im gesamten Stadtgebiet, darunter die OGS Haselrain mit zwei neuen Gruppen sowie die OGS Kruppstraße und den Hammesberger Weg, die jeweils um drei Gruppen erweitert werden. Auch kleinere Einrichtungen wie die OGS Am Engelnberg oder die OGS Ferdinand-Lassalle-Straße profitieren durch die Einrichtung von halben Gruppen mit 12 bis 14 Kindern.
Die Erweiterung wurde möglich, da neben vollen Gruppen mit 25 Kindern nun auch wieder halbe Gruppen angeboten werden können. Die Stadt schafft so die notwendige Flexibilität, um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden.
Neue Räume durch multifunktionale Nutzung
Eine entscheidende Rolle spielt das seit zwei Jahren laufende Pilotprojekt zur multifunktionalen Raumnutzung. Durch den Einsatz flexibler Möbel werden Schulräume so gestaltet, dass sie sowohl vormittags für den Unterricht als auch nachmittags für die Ganztagsbetreuung genutzt werden können.
„Wir müssen effizient mit den vorhandenen Flächen umgehen“, erklärt ein Sprecher des Stadtbetriebs Schulen. „Vor allem die Erweiterung von Mensen stellt oft eine Herausforderung dar, da viele Grundschulen hierfür nur begrenzt Platz haben.“
Fördermittel und Investitionen
Voraussetzung für die geplanten neuen Gruppen ist die Bewilligung der von der Stadt beantragten Fördermittel aus dem Investitionsprogramm Ganztagsausbau. Diese Mittel sollen unter anderem für flexible Möbel, moderne Industriespülmaschinen und andere notwendige Infrastrukturen verwendet werden.
Die Stadt bringt für den Ausbau der 22,5 zusätzlichen Gruppen einen jährlichen Eigenanteil von 225.000 Euro auf. Mit diesen Mitteln werden ab dem Schuljahr 2025/2026 rund 7.000 OGS-Plätze an Grundschulen und weitere 114 Plätze an Förderschulen bereitgestellt.
Rechtsanspruch ab 2026: Wuppertal bereitet sich vor
Der Ausbau steht im Zusammenhang mit dem bundesweit geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung, der ab dem 1. August 2026 stufenweise eingeführt wird. Bereits heute investiert die Bundesregierung über das Investitionsprogramm Ganztagsausbau bis 2027 insgesamt 3,5 Milliarden Euro in den Ausbau von Infrastruktur und Ausstattung. Auch die Länder tragen 30 Prozent der Kosten.
Mit dem Rechtsanspruch erhalten zunächst Kinder der ersten Klassenstufe einen Anspruch auf acht Stunden Betreuung pro Tag. Ab 2029 gilt dieser Anspruch für alle vier Klassenstufen der Grundschule. Ziel ist es, berufstätigen Eltern mehr Flexibilität zu ermöglichen und Kindern eine umfassende Bildung und Betreuung zu garantieren.
Hohes Engagement für eine wachsende Nachfrage
Mit einer aktuellen Versorgungsquote von 48,7 Prozent deckt Wuppertal bereits einen erheblichen Teil des Bedarfs an Ganztagsbetreuung ab. Dennoch ist der Druck hoch, die Kapazitäten weiter zu steigern.
„Eine Ganztagsbetreuung ist für viele Familien unverzichtbar, um die Berufstätigkeit mit der Kinderbetreuung zu vereinbaren“, betont ein Vertreter der Stadt. „Mit dem Ausbau der OGS-Gruppen kommen wir diesem Ziel einen großen Schritt näher – aber wir wissen auch, dass die Nachfrage weiter ungebrochen bleibt.“
