38 neue Standorte für E-Ladesäulen in Wuppertal geplant

von Daniel Dragon


Wuppertal steht vor einem weiteren Ausbau seiner öffentlichen Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. In den Bezirksvertretungen und im Verkehrsausschuss wird derzeit über die Einrichtung von 38 neuen Standorten für E-Ladesäulen beraten. Bei entsprechender Zustimmung könnten an diesen Punkten bis zum Frühjahr 2027 neue Ladeangebote entstehen.
Grundlage der Planungen ist das Ladeinfrastrukturkonzept, das die Stadtverwaltung 2024 erarbeiten ließ. Der Ende 2024 vorgelegte Fachbericht verfolgt das Ziel eines koordinierten und bedarfsgerechten Ausbaus, der sich an der erwarteten Entwicklung der Elektromobilität orientiert.
Den Prognosen zufolge wird die Zahl der Elektro- und Hybridfahrzeuge in Wuppertal bis 2035 auf 67.000 bis 106.000 steigen. Der jährliche Strombedarf dieser Fahrzeuge wird auf 134.000 bis 220.000 Megawattstunden geschätzt. Da ein erheblicher Anteil der Ladevorgänge über private Anschlüsse in Eigenheimen oder bei Unternehmen erfolgen dürfte, verbleibt für den öffentlichen Raum ein Bedarf von rund 52.000 bis 84.000 Megawattstunden pro Jahr.
Abhängig von der Leistungsfähigkeit der Ladeeinrichtungen ergibt sich daraus ein zusätzlicher Bedarf von etwa 1.000 bis 1.600 öffentlichen Ladepunkten bis 2035. Da Ladesäulen in der Regel über zwei Ladepunkte verfügen, entspricht dies 500 bis 800 zusätzlichen Anlagen. Zum Zeitpunkt der Untersuchung Ende 2023 verfügte Wuppertal über rund 220 Ladepunkte.
Die Analyse der bestehenden Infrastruktur zeigte, dass sich die vorhandenen öffentlichen Lademöglichkeiten bislang überwiegend entlang der Talachse konzentrieren. Um eine gleichmäßigere Versorgung zu erreichen, empfehlen die Fachplaner eine stärkere Berücksichtigung der Wohnquartiere außerhalb der zentralen Lagen.
Zur Auswahl geeigneter Standorte wurde ein mehrstufiges Verfahren angewendet. Zunächst identifizierte die Verwaltung städtische Parkflächen ohne Ladeinfrastruktur. Ergänzend brachten Bürger im Rahmen eines Beteiligungsverfahrens fast 900 Standortvorschläge ein. Diese wurden anhand verschiedener Kriterien bewertet, darunter die zu erwartende Zahl von Elektrofahrzeugen im Umfeld, die Nähe zu Geschäften und öffentlichen Einrichtungen sowie die vorhandene Netzkapazität.
Aus diesem Prozess gingen 38 Standorte hervor, die nun den politischen Gremien zur Entscheidung vorliegen. Nach einer Zustimmung sollen die Flächen veröffentlicht und gebündelt ausgeschrieben werden. Vorgesehen ist, jeweils mehrere attraktive und weniger attraktive Standorte gemeinsam zu vergeben, um einen flächendeckenden Ausbau sicherzustellen.
Die konkrete Ausgestaltung der Ladesäulen, insbesondere deren Ladeleistung, wird im weiteren Verfahren zwischen Stadt und Anbietern abgestimmt. Der jetzt geplante Schritt bildet den Auftakt für weitere Ausbaurunden. Ergänzend sollen bestehende Standorte künftig leichter erweitert und das Ladeinfrastrukturkonzept regelmäßig fortgeschrieben werden.

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