Wuppertal – In der Elberfelder Südstadt plant die Stadt Wuppertal ab Herbst die Umgestaltung einer in die Jahre gekommenen Grünfläche an der Ecke Kölner Straße und Weststraße. Ziel des Projekts ist die behutsame Aufwertung des 1.300 Quadratmeter großen Areals zu einem sogenannten „Pocket Park“ – einem kleinen, städtebaulich wirksamen Naherholungsraum. Ein Detail der geplanten Maßnahmen sorgt jedoch für erheblichen Unmut bei einigen Anwohnerinnen und Anwohnern: Zwei der insgesamt 20 angrenzenden Parkplätze sollen entfallen, um Raum für Baumpflanzungen zu schaffen.
Der Umbau wurde am 18. Juni von der Bezirksvertretung Elberfeld mehrheitlich beschlossen. Während die Vertreter der CDU dem Entwurf nicht zustimmten, herrschte im Gremium überwiegend Einigkeit über die Notwendigkeit, den städtischen Raum aufzuwerten. Die geplanten Maßnahmen sehen neben der Pflanzung von insgesamt sechs neuen Bäumen auch neue Sitzgelegenheiten, zwei Sportgeräte sowie die Erneuerung von Rasenflächen, Blumenbeeten und Sträuchern vor. Ergänzt wird das Konzept durch zwei zusätzliche Eingänge, die die Grünfläche besser einsehbar und dadurch sicherer machen sollen.
Ein wesentliches Element der Umgestaltung ist die Entsiegelung von Flächen, unter anderem durch den Einbau von Rasenfugen in den Wegen, die eine bessere Versickerung von Regenwasser ermöglichen. Auch bei der Möblierung wird ein neuer Akzent gesetzt: Statt wie bisher überwiegend auf Stahlgitterbänke zu setzen, plant die Stadt den Einsatz von Holzbänken. Die Bauarbeiten sollen im Herbst beginnen und voraussichtlich Anfang 2026 abgeschlossen sein.
Trotz der insgesamt positiven Resonanz auf das Gesamtkonzept hat der geplante Wegfall der beiden Stellplätze vor Ort zu Widerstand geführt. Beim öffentlichen Informationstermin am 24. Juli äußerten mehrere der rund 30 Teilnehmenden ihren Unmut. Einzelne Anwohner sehen in der Maßnahme eine unverhältnismäßige Einschränkung der ohnehin knappen Parkmöglichkeiten in der Umgebung.
Insbesondere eine Anwohnerin, die bereits in der Vergangenheit juristisch gegen einen ähnlichen Eingriff in der Weststraße vorgegangen war, hat im Vorfeld des Termins durch die Verteilung von Flugblättern mobilisiert. Sie kritisiert das Vorhaben als verfehlte Stadtentwicklung zulasten der Wohnqualität und sieht in der neuen Grünfläche wenig Mehrwert für die Anwohnerschaft.
Vertreter des zuständigen Grünflächenamts betonen hingegen die Notwendigkeit, dem städtischen Raum mehr Grün und damit Aufenthaltsqualität zurückzugeben. Der aktuelle Zustand des Parks lasse keinerlei Aufenthaltsnutzung mehr zu. Der Umbau biete die Gelegenheit, einen neuen, lebendigen Ort im Quartier zu schaffen – insbesondere vor dem Hintergrund, dass rund zwei Drittel der Straßen in Wuppertal bislang vollständig ohne Baumbestand auskommen müssen.
Auch aus Sicht der Bezirksbürgermeisterei und umliegender Gewerbetreibender überwiegt das Potenzial des neuen Stadtparks gegenüber dem Verlust zweier Stellplätze. Die Umgestaltung gilt als Teil eines übergeordneten Ansatzes, städtische Freiflächen neu zu denken und die Nutzung von öffentlichem Raum stärker auf soziale und ökologische Funktionen auszurichten.