Zoo Wuppertal zeigt Verständnis für Pavian-Tötung in Nürnberg

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Wuppertal – 09.08.2025 – Die Tötung von zwölf gesunden Pavianen im Nürnberger Tiergarten hat bundesweit für Diskussionen gesorgt. Auch der Grüne Zoo Wuppertal bewertet die Maßnahme als nachvollziehbar und sieht sie als eine grundsätzlich vertretbare Option im Rahmen des Populationsmanagements – auch wenn sie dort bislang nicht bei Primaten angewandt wird.

Am Nürnberger Zoo war die Entscheidung damit begründet worden, dass eine zu große Pavian-Gruppe weder durch Abgabe noch durch andere Maßnahmen ausreichend reduziert werden konnte. Die Tiere wurden nach der Tötung an Raubtiere verfüttert.

Optionen im Populationsmanagement

Zoos stehen bei der Regulierung ihrer Tierbestände vor mehreren Möglichkeiten:

Empfängnisverhütung: Weiblichen Tieren kann medikamentöse Verhütung verabreicht werden, um Nachwuchs zu vermeiden. Dies kann jedoch das natürliche Fortpflanzungsverhalten einschränken und in einigen Fällen zu dauerhafter Unfruchtbarkeit führen.

Migration: Tiere können an andere Einrichtungen abgegeben werden, wenn ihre Zahl die Kapazität des Geheges übersteigt. Dies entspricht dem Verhalten vieler Tierarten in freier Wildbahn, wenn Gruppen zu groß werden.

Mortalität: In der Fachsprache bezeichnet dies die gezielte Tötung von Tieren, meist kranker oder alter Individuen, um den Bestand zu regulieren. Diese Methode wird bereits angewandt, etwa indem Ziegen oder Kleintiere an Raubtiere verfüttert werden.


In Einzelfällen werden auch Alternativen diskutiert, wie etwa die Unterbringung in spezialisierten Auffangstationen. Im Fall der Nürnberger Paviane wurde beispielsweise ein „Pavian-Altersheim“ in Wales ins Gespräch gebracht. Der Tiergarten Nürnberg lehnte dies ab, da keine gesicherten Informationen zu den dortigen Haltungsbedingungen vorlagen.

Ziel: Erhalt von Reservepopulationen

Ein zentrales Anliegen moderner Zoos ist der Erhalt sogenannter Reservepopulationen bedrohter Arten, die im Falle einer Stabilisierung ihrer natürlichen Lebensräume wieder ausgewildert werden können. Da dies nur in Ausnahmefällen möglich ist, müssen Einrichtungen häufig zwischen den genannten Methoden der Bestandsregulierung wählen.

Der Zoo Wuppertal verzichtet derzeit bei Primaten auf die Tötung gesunder Tiere. Als Grund wird angegeben, dass die gesellschaftliche Akzeptanz für diesen Schritt bisher nicht ausreichend vorhanden sei. Langfristig soll jedoch das Verständnis für alle Maßnahmen des Populationsmanagements, einschließlich der Mortalität, gestärkt werden.

Rechtliche Dimension

Nach aktueller Rechtslage dürfen Tiere nicht ohne „vernünftigen Grund“ getötet werden. Ob Populationsmanagement als solcher Grund gilt, ist juristisch noch nicht abschließend geklärt. Gegen die Tötung der Paviane in Nürnberg wurden binnen eines Tages über 100 Klagen eingereicht. Das Verfahren könnte eine richtungsweisende Entscheidung darüber bringen, ob und unter welchen Bedingungen auch gesunde Primaten künftig in deutschen Zoos getötet werden dürfen.

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