Vor dem Landgericht Wuppertal hat am Montag der Prozess gegen mehrere Männer begonnen, denen ein versuchtes Tötungsdelikt vorgeworfen wird. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft soll ein 34-jähriger Mann den Angriff in Auftrag gegeben haben, weil ein Wuppertaler Gastronom über längere Zeit kein gefordertes Schutzgeld mehr gezahlt hatte.
Der Vorfall ereignete sich im November des vergangenen Jahres im Stadtteil Barmen. Das Opfer soll mit seiner Familie ein Restaurant besucht haben, als es beim Aufsuchen seines Fahrzeugs von drei Männern attackiert wurde – zwei von ihnen sitzen nun mit auf der Anklagebank, ein dritter Tatbeteiligter ist bislang nicht identifiziert.
Nach dem bisherigen Ermittlungsstand drückte einer der Angreifer die Fahrertür des Autos zu, während ein anderer mehrfach mit einem spitzen Gegenstand auf Kopf und Oberkörper des Mannes einstach. Das Opfer erlitt dabei erhebliche Verletzungen.
Entscheidend für den Ausgang der Tat war offenbar das Eingreifen der Ehefrau. Sie eilte ihrem Mann zu Hilfe, rief um Unterstützung und versuchte, die Angreifer abzuwehren. Dabei wurde sie selbst getreten und bedroht. Anschließend flüchteten die Täter.
Als mögliches Tatmotiv sehen die Ermittler eine Auseinandersetzung um nicht gezahlte Schutzgelder. Der Hauptangeklagte soll den beiden Mitbeschuldigten aus Wuppertal und Fürth den Auftrag erteilt haben, den Gastronom zu töten. Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern versuchten Totschlag vor.
Prozess in Wuppertal: Angriff nach Streit um Schutzgeldzahlungen
Daniel H/CCA